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Wenn schon Fleisch, dann Bio-Fleisch

(20.09.2010)

Nachhaltiger Fleischkonsum schont Böden, Klima, Tiere und die eigene Gesundheit

Das Thema Fleischkonsum und Lebensstil füllte das Sommerloch in den Medien: Aufmacher im Stern, Titelgeschichte in der Zeit, Kommentar in der Süddeutschen, ein ganzes Heft brand eins. Die Kritik fokussiert sich auf drei zentrale Aspekte:

1. Der Umfang der Tierhaltung, der nötig ist, um unseren Fleischkonsum zu decken, trägt durch Kohlendioxid-, Lachgas-, Methanund Stickstoffemissionen wesentlich zum Klimawandel sowie zur Überdüngung von Böden und Gewässern bei.

2. Der hohe Fleischkonsum der westlichen Welt ist ein großes Hindernis, um das Recht auf Nahrung weltweit zu sichern: Für die Produktion von einem Kilo Fleisch werden ca. 10 kg Getreide benötigt. Futtermittel werden aus Ländern importiert, in denen Hunger herrscht, Fleisch-Überschüsse dorthin wieder exportiert, mit der Folge, dass lokale Märkte zerstört werden.

3. Die hohe Nachfrage nach (billigem) Fleisch führt zu industrialisierter Massenhaltung mit völlig inakzeptablen Zuständen für Leben und Schlachtung unserer „Nutztiere“.

Grillmeister sollten umdenken

Der Kommentator der Süddeutschen fragt, weshalb – vor allem Männer – trotz dieses Wissens im Sommer mit
Leidenschaft am Grill stehen, und die Autorin der Zeit plädiert dafür, dass wir als denkende Wesen zu
dem Schluss kommen müssten, auf diese Barbarei zu verzichten.

Mit anderen Worten: Obwohl wir
um die Problematik wissen, handeln
wir fatal und essen Fleisch mit Lust.

Warum?

Die Antwort ist einfach: Fleisch schmeckt! Oder auch: Grillen ist archaisch und Männer lieben es,
ihre archaischen Seiten auszuleben.

Und: Der Weg vom Wissen zum Handeln ist bekanntlich ein verschlungener. In letzter Konsequenz würde ein Verzicht auf Fleisch auch Verzicht auf Milchprodukte und Eier bedeuten.

Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma?

Der Ökologische Landbau zeigt eine einfache Lösung, wenn seine wichtigsten Prinzipien eingehalten werden. Der geschlossene Betriebskreislauf und die begrenzte, an die Fläche gebundene Tierhaltung führen unmittelbar zu einigen heilsamen Effekten:

Es kommt zu keiner Überdüngung, Emissionen werden minimiert, Futtermittelzukauf wird vermieden, die
produzierte Fleischmenge geht zurück, damit wird Fleisch knapp und teurer, was zu weniger Konsum
führt. Fleisch wird wieder zum Besonderen, zum Sonntagsbraten oder zum Höhepunkt des Sommergrillfestes. Maßstab für die Tierhaltung muss eine artgerechte Haltung sein, die den Tieren ein artgemäßes Verhalten ermöglicht. Nur so kann die Haltung von „Nutztieren“ ethisch gerechtfertigt werden. Eine Haltung des Respekts und der Dankbarkeit
gegenüber den Tieren ist notwendig. Das ist der Maßstab für ihre „Nutzung“.

Das gilt insbesondere für den letzten Akt der Schlachtung: Diese müsste eigentlich fast eine Art
rituelle Handlung des Dankes an das Tier sein.
Wie weit wir in der konventionellen Tierhaltung
von diesen Voraussetzungen entfernt sind, erschließt sich auf einen Blick.

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