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VCD fordert Nationalen Radverkehrsplan (NRVP)
(30.05.2011)
Nationaler Radverkehrskongress in Nürnberg
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Nürnberg einen neuen nationalen Radverkehrsplan. Die Fahrradförderung auf allen Verwaltungsebenen sei - so der VDC - nach wie vor personell und finanziell benachteiligt, weswegen die großen Potenziale des Radfahrens für den Klimaschutz, für weniger Lärm und sauberere Luft in den Städten viel zu langsam erschlossen würden.
Doris Neuschäfer vom VCD-Bundesvorstand: *Noch immer wird der Radverkehr von vielen Politikern stiefmütterlich behandelt. Die oft formulierten Ziele sind zwar richtig: Das Fahrrad soll als gleichberechtigtes Verkehrsmittel berücksichtigt, der Radverkehrsanteil deutlich erhöht werden - soweit die Theorie. Doch während einzelne Kommunen mit guten Beispielen vorangehen, ist eine Umsetzung in der Fläche nicht gelungen. So stieg der Anteil des Radverkehrs bundesweit seit 2002 nur leicht von neun auf zehn Prozent. Zum Vergleich: In den Niederlanden sind es 27 Prozent. Doch der geringe deutsche Wert ist kein Wunder, weil die Politik nicht bereit ist, ausreichend Geld und Personal zu investieren: Das Bundesverkehrsministerium gibt nur 3,6 Promille des gesamten Etats für Radverkehr aus. Die Autoförderung mit Milliardensummen hat nach wie vor Vorrang. Dabei lassen sich im Radverkehr im Vergleich dazu bereits mit *Peanuts* Welten bewegen.“
Neben Infrastrukurmaßnahmen ist Mobilitätserziehung wichtig
Neben einer Infrastruktur, die dem Radverkehr ausreichend Raum und Sicherheit gewährt, hält der VCD die Förderung nicht-investiver Maßnahmen für ein bisher unterschätztes, aber wertvolles Element:*Das Fortbildungsangebot der Fahrradakademie und Projekte zur Mobilitätserziehung wie der Jugendwettbewerb »FahrRad! Fürs Klima auf Tour« und die Internet-Plattform für Mobilitätserziehung »RADschlag« vom VCD sind positive Ansätze, die deutlich ausgebaut werden müssen, wenn man wirklich etwas erreichen will“, betont Neuschäfer.
Für die Fortschreibung des NRVP für die Jahre 2013 bis 2022 fordert der VCD, als messbare Ziele einen Radverkehrsanteil bis 2015 von 15 Prozent und bis 2020 von 20 Prozent festzulegen. Zentrale Maßnahmen auf dem Weg dorthin seien die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts und die endgültige Abschaffung der Radwegebenutzungspflicht. *Die Radwegebenutzungspflicht ist überflüssig, weil fast alle Radfahrer ohnehin Radwege benutzen, wenn diese den geltenden baulichen Standards entsprechen. Und jede Tempo-30-Straße bedeutet Radverkehrsförderung zum Nulltarif, weil sich dort der Radverkehr ohne Radwegebau gefahrlos auf der Fahrbahn integrieren lässt“, erklärt Neuschäfer Ergebnisse der Verkehrsforschung.
Zudem müsse der Bund auch Länder und Kommunen motivieren und in die Lage versetzen, mehr Geld in die Radinfrastruktur - beispielsweise in baufällige Radverkehrsanlagen und fehlende Radstationen an Knotenpunkten mit dem öffentlichen Verkehr - zu investieren. Nur so könne das Potenzial des Fahrradverkehrs für eine ökologische Verkehrswende erschlossen werden.



