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Waldzustandsbericht 2007 veröffentlich
(31.01.2008)
Über zwei Drittel des Waldes krank
Während das Resumeé von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer zum jetzt vorgelegten Waldzustandsbericht 2007 lautet: "Der Waldzustand in Deutschland hat sich 2007 gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert." beklagt der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND: "Über zwei Drittel (70 Prozent) des Waldes in Deutschland sind inzwischen sichtbar geschädigt. Etwa 25 Prozent der Bäume sind sogar schwer geschädigt, bei ihnen fehlt mehr als ein Viertel der normalen Blatt- bzw. Nadelmasse. Vor allem in Hessen und Sachsen haben sich die Schäden im Vergleich zu 2006 dramatisch ausgeweitet."
So sei laut BUND in Hessen der Anteil deutlicher Schäden bei Fichten im Verlauf des vergangenen Jahres von 20 auf 30 Prozent, bei Buchen von 43 auf 48 Prozent und bei Eichen von 44 auf 50 Prozent gestiegen. In Sachsen habe sich der Anteil deutlicher Schäden bei Fichten von 12 auf 18 Prozent, bei Kiefern von 12 auf 15 und bei Eichen von 29 auf 42 Prozent erhöht.
Was sonnenhungrige Menschen am Sommer 2007 störte, tat dem Wald gut: reichlich Regen sorgte für eine gute Wasserversorgung der Bäume, und auch die Belastung mit dem für Pflanzen in hoher Konzentration schädlichen Ozon war 2007 wetterbedingt geringer als in anderen Jahren. Die kritischen Belastungsgrenzen der Wälder für Stickstoffverbindungen und Säure werden aber trotz der bereits erzielten Fortschritte in der Luftreinhaltung weiterhin großräumig überschritten, wie der Bundeslandwirtschaftsminister feststellt. Hinzu kämen die Folgen des Klimawandels.
Auch der BUND sieht die Hauptursachen der nach wie vor hohen Waldschäden in giftigen Luftschadstoffen, den Boden versauernden Emissionen, den Wirkungen der Treibhausgase und forstwirtschaftlichen Fehlern.
Der BUND betont die Rolle des Waldes als Kohlendioxidspeicher bei der Bekämpfung des Klimawandels. Jährlich speicherten Deutschlands Wälder rund 70 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Deshalb sei ein stärkeres Engagement für den Schutz der Wälder dringend erforderlich, sagte Helmut Klein, Waldexperte des BUND: „Als Kohlenstoffspeicher ist der Wald unverzichtbar für einen wirksamen Klimaschutz. Deshalb müssen unsere Forste die Chance bekommen ihre biologischen Anpassungen möglichst ungestört zu realisieren. Besonders naturnahe Waldgebiete dürfen holzwirtschaftlich überhaupt nicht genutzt werden.“ Bei der Sorge um den Wald geht es also nicht um eine deutsche romantische Sentimentalität, sondern um handfeste Bemühungen zum Klimaschutz.
Weitere Informationen zum Waldzustandbericht finden sich hier:



