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Klimaschutz ist ein Konjunkturprogramm
(08.10.2008)
500.000 zusätzliche Jobs durch aktiven Klimaschutz
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stellte auf der Konferenz "Wachstum, Beschäftigung und Klimaschutz" in einem Zwischenbericht erste Ergebnisse eines Gutachtens vor, mit dem ein Wissenschaftler-Team unter Federführung von Professor Dr. Carlo Jaeger vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und von Professor Dr. Eberhard Jochem vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe betraut wurden. Demnach schaffen die von der Bunderegierung eingeleiteten Maßnahmen zur einer Minderung der Treibhausgasemissionen signifikant neue Arbeitsplätze - unter anderem in der Bio-Branche.
Nach der Studie führen die vom Bundeskabinett in Meseberg beschlossenen Maßnahmen zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen von knapp 35% bis 2020 gegenüber 1990. Mit weiteren kosteneffizienten Maßnahmen, v. a. im Bereich Energieeffizienz, kann Deutschland sein Klimaschutzziel, die Emissionen um 40% bis 2020 zu senken, erreichen. Die Maßnahmen generieren zusätzliche Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro pro Jahr und senken die Energiekosten bis 2020 um rund 20 Milliarden Euro jährlich. Beide Effekte zusammen führen dazu, dass mehr Wachstum und Beschäftigung entstehen. Die Gutachter gehen von mindestens 500.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen bis 2020 aus. Im Jahr 2030 können es über 800.000 Stellen sein.
Nach einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes arbeiteten 2006 bereits laut Schätzung fast 1,8 Millionen Menschen im Bereich des Umweltschutzes. Das ist ein neuer Höchststand, der von aktuellen Zahlen mit Sicherheit noch übertroffen wird. Damit waren 4,5 Prozent aller Arbeitsplätze vom Umweltschutz abhängig, 2004 ging man noch von 3,8 Prozent aus. Diese Entwicklung geht vor allem auf den starken Beschäftigungszuwachs bei den erneuerbaren Energien, wachsenden Exporten deutscher Umwelttechnik, Erzeugung von Bio-Produkten und zusätzlichen Arbeitsplätzen bei den umweltorientierten Dienstleistungen wie zum Beispiel dem Handel mit Bio-Produkten zurück.
Zirka 170.000 dieser Arbeitsplätze, so Schätzungen des PresseForums BioBranche, liegen in den Bereichen der Bio-Branche als Erzeuger, Hersteller, Händler, Dienstleister oder in Verbänden (Stand 31.12.07)



