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Frühjahr 2008: Pestizid verursacht Bienenmassensterben

(31.10.2008)

Empörung über Wiederzulassung Chlothianidin-und Imidacloprid-haltiger Beizmittel

Im Frühjahr 2008 trat im Bereich des Oberrheins ein außergewöhnliches Bienensterben auf. Die gefundenen toten Bienen lagen auf und in der Nähe von Mais-Äckern. Der Mais war gerade frisch eingesät worden - mit Pestizid-behandeltem Saatgut. Aufgrund der Vergiftungssymptome ermittelte die Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen am Julius Kühn-Institut (JKI) als Verursacher das Pestizid Clothianidin von dem Chemieriesen Bayer CropScience.

Daraufhin ordnete die für die Zulassung von Pestiziden federführende Behörde, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), am 15. Mai 2008 mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Zulassung für acht Saatgutbehandlungsmittel an, die bienengefährliche Pestizide enthalten.

Von den Umwelt- und Verbraucherverbänden wurde das Aussetzen der Zulassung als eine erste Reaktion der Behörde positiv bewertet. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatte getan, was man von der obersten Bundesbehörde zum Schutz der Verbraucher erwartet - es hatte seine Schutzfunktion wahrgenommen. Umso heftiger fiel die Kritik aus, als das BVL bereits am 25.6.08 die Beizmittel Antarc, Chinook, Cruiser OSR und Elado für die Behandlung von Raps ab sofort wieder zuließ. Alle Mittel enthalten bienengefährliche Wirkstoffe, darunter Clothianidin und Imidaclorid.

Die Imker wehren sich gegen die Wiederzulassung und rufen bundesweit zur Demonstration vor dem BVL in Braunschweig auf. Bei den Imkern herrscht der Eindruck vor, dass zugunsten des Umsatzes von 260 Millionen EURO von BayerCropScience mit dem Wirkstoff Clothianidin ruhig ein paar Bienen dran glauben dürfen und langfristige Umweltschäden bedenkenlos in Kauf genommen werden.


Offener Brief

In einem offenen Brief an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) fordern jetzt die Umweltverbände BUND, Nabu, Coordination gegen BAYER-Gefahren und das Pestizid-Aktionsnetzwerk e.V. (PAN-Germany)ein Pestizid-Verbot wegen des Bienensterbens.

Dokumentation des Schreibens:

Offener Brief

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