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Deutsche Unternehmen exportieren das BSE-Risiko
(15.10.2008)
foodwatch warnt vor illegalen Tiermehlexporten
Wie die Verbraucherschutzorganisation foodwatch, Berlin, jetzt aufdeckte, exportieren deutsche Unternehmen illegal Tiermehl nach Malaysia. Dort wird das potenziell infektiöse Mehl von ahnungslosen Bauern an Rinder verfüttert und gelangt so wieder in die Nahrungskette. Damit entsteht erneut BSE-Gefahr.
In der EU ist die Verfütterung von Tiermehl seit der BSE-Krise strengstens verboten. Was aber in Südostasien oder anderswo mit dem gefährlichen Material passiert, scheint den deutschen Behörden egal zu sein, wie foodwatch mutmaßt. Aus den Augen, aus dem Sinn? Denn während die malaysischen Behörden nun mit Hilfe von foodwatch den Fall in Malaysia aufklären wollen, vermisst foodwatch hierzulande einen ähnlichen Willen der zuständigen staatlichen Stellen. Bislang ermittele allein die Staatsanwaltschaft - unter anderem auf eine Strafanzeige von foodwatch hin. Ansonsten hielten sich die Verantwortlichen laut foodwatch in Deutschland auffällig zurück.
Zwar sei der Export von Tiermehl zur Verfütterung an Nutztiere verboten. Gegen dieses Verbot werde aber massiv verstoßen, wie die foodwatch-Recherchen gezeigt haben. Möglich sei das vor allem auch deshalb, weil die deutschen Behörden, allen voran der scheidende Landwirtschaftsminister Horst Seehofer sowie sein möglicher Nachfolger und Exportbeauftragter Gerd Müller, bis heute die Kennzeichnungspflicht für Tiermehl nicht durchsetzten. Denn Tiermehl muss, so will es das Gesetz, "dauerhaft gekennzeichnet" werden, um eine weitere Verwendung als Futtermittel auszuschließen. Tatsächlich passiert das nicht. Zu einem Exportstopp für Tiermehl konnte man sich im Ministerium jedoch nicht einmal nach der Aufdeckung der illegalen Tiermehlexporte durch foodwatch durchringen.
Laut foodwatch dränge sich ein unangenehmer Verdacht auf: Nehmen Seehofer und Müller weitere illegale Tiermehlexporte aus Deutschland möglicherweise billigend in Kauf - zugunsten interessierter Wirtschaftskreise? Und messen sie mit zweierlei Maß, was den gesundheitlichen Verbraucherschutz angeht? Sind malaysische Verbraucher etwa nicht genauso vor BSE zu schützen wie wir hier in Deutschland?
Aktionsaufruf von foodwatch
foodwatch ruft deshalb jetzt zu einer Mitmach-Aktion "Für mehr Sicherheit bei tierischen Abfällen" auf, um weiteren Missbrauch zu verhindern. Mitmachen kann man durch Ausfüllen und Absenden des Protestbriefs auf der Homepage von foodwatch:



