naturkostaktiv.de ist ein Verbund von selbstständigen Naturkostfachgeschäften, Bio-Lieferdiensten und Hofläden biologisch wirtschaftender Bauernhöfe zur Vermarktung von Naturkost und Naturwaren via Internet. Ob Bio-Gemüseabo, eine Ökokiste mit Bio-Brot, Bio-Käse und Bio-Fleisch oder einzelne Bio-Produkte - die Dezentralität und Regionalität ist unser Grundsatz. Wir versenden keine Waren über große Distanzen. Das Geschäft, das sich Ihnen nach Eingabe Ihrer Postleitzahl präsentiert, ist der Fachhändler oder Bio-Bauer "um die Ecke".
Bankenkrise schickt den Neoliberalismus ins Geschichtsarchiv
(16.04.2008)
Josef Ackermann: "Die Selbstheilungskräfte des Marktes können die Probleme nicht lösen."
Genüsslich zitiert Wolfgang Kessler, langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift "Publik Forum - die Zeitung kritischer Christen" Buchautor und Publizist den Chef der Deutschen Bank. Kessler: »Josef Ackermann hat Geschichte geschrieben. Die Bankenkrise zeige, so der Chef der Deutschen Bank, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes die Probleme nicht lösen könnten. Damit sorgt Ackermann für Aufregung in der Wirtschafts- und Finanzwelt. Denn einer aus ihrer Mitte belegte, was kritische Beobachter seit langem wissen: Der Neoliberalismus, der die Politik seit 25 Jahren beherrscht, ist gescheitert."
Kessler zeigt sich in der aktuellen Aprilausgabe Publi Forum davon überzeugt, dass der Neoliberalismus jetzt sogar seine Väter fresse.
Kessler resümiert: »Nun ist an Politik und Gesellschaft, daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Falsch wäre es, die Problembanken einfach aus öffentlichen Mitteln zu entschädigen – ohne weitreichende Kontrollen zu verlangen. Richtig ist es, endlich wieder über Alternativen zu einem Wirtschaftssystem zu reden, das Menschen und Natur opfert, damit Unternehmen und Finanzjongleure freie Hand haben.«
Kaum jemand habe so stark vom Neoliberalismus profitiert wie Banker und Finanzjongleure, meint Kessler. Möglichst wenig Staat, möglichst viel Markt, habe einst die britische Premierministerin Margaret Thatcher verkündet und setzte damit den radikalen Kapitalismus in Großbritannien durch. Mit der Überwindung des real existierenden Sozialismus habe diese Wirtschaftsphilosophie die Welt erobert, weil viele Regierungen im Westen glaubten, nun auf einen Sozialstaat als demokratische Alternative zum diktatorischen Sozialismus verzichten zu können.
Die Folge: Die Umsätze von Banken, Anlagefonds und Börsen explodierten - auf den Finanzmärkten wird weit mehr verdient als durch reale wirtschaftliche Investitionen.
Der unkontrollierte globale Turbokapitalismus nahm, so Kessler, für sich in Anspruch, der Motor der Weltwirtschaft zu sein. Ungebremstes Wachstum führe zu mehr Beschäftigung und damit zu mehr Wohlstand für alle, so hätten die "wissenschaftlichen marktradikalen Prediger" unablässig getönt.
Bisher kämpften soziale und ökologische Bewegungen weltweit vergeblich gegen dieses scheinbar erfolgreiche "Mantra" an. Alternativen zum Neoliberalismus waren bei der Mehrheit der Politiker einfach nicht mehr en vogue. Denn die Gegenkräfte waren stark. Die Wirtschaftswissenschaften, so Kessler, hätten die Welt nur noch nach neoliberalen Kosten-Nutzen-Rechnungen betrachtet.
Doch jetzt sei alles anders. Ohne Kontrolle hätten die Finanzjongleure mit geradezu krimineller Energie Kartenhäuser aus ungedeckten Krediten aufgebaut, die jetzt einbrächen und auch große Banken bedrohten. Der jetzt erfolgte Ruf der Spitzenbanker nach dem Staat, damit die Steuerzahler ihre Verluste übernehmen - gestehe das Scheitern des freien Marktes offen ein.
Zum Weiterlesen:




