naturkostaktiv.de ist ein Verbund von selbstständigen Naturkostfachgeschäften, Bio-Lieferdiensten und Hofläden biologisch wirtschaftender Bauernhöfe zur Vermarktung von Naturkost und Naturwaren via Internet. Ob Bio-Gemüseabo, eine Ökokiste mit Bio-Brot, Bio-Käse und Bio-Fleisch oder einzelne Bio-Produkte - die Dezentralität und Regionalität ist unser Grundsatz. Wir versenden keine Waren über große Distanzen. Das Geschäft, das sich Ihnen nach Eingabe Ihrer Postleitzahl präsentiert, ist der Fachhändler oder Bio-Bauer "um die Ecke".
25 Jahre Naturland
(07.03.2008)
Jubiläum bei einem der größten Bioanbauverbände
Im Dezember 1982 verwirklichten zehn weitblickende Menschen eine zukunftsweisende Idee: Sie wollten einen Öko-Anbauverband gründen, der – frei von Doktrinen oder Ideologien – den Bogen spannt von landwirtschaftlicher Forschung zu gelebter Praxis. Einen Anbauverband, der sich für die ganze Ernährungskette engagiert: für Erzeuger, Verarbeiter, Händler, Verbraucher und Umweltorganisationen. Seit nunmehr 25 Jahren hat Naturland nun die Geschichte des Öko-Landbaus mitgeschrieben und -geprägt. Mit mehr als 46.000 Partnern weltweit zählt der Verband zu den größten.
Die Dynamik des Anfangs vor 25 Jahren hat Naturland bis heute nicht verloren. Der Öko-Anbauverband versteht sich als besonders innovativ. Denn mit dem gleichen Pioniergeist von damals beschreitet der Verband heute in der Aquakultur, in Wald und Forst oder im Textilbereich neue ökologische Wege.
Moderator Rudi Brueckner mit Sterne- und Fernsehkoch Johann Lafer und Renate Künast, Fraktionsvorsitzende der Grünen beim Naturland Quiz auf der Fachmesse BioFach im Februar in Nürnberg
Wenn in den Medien vom Öko-Boom die Rede ist, wird eines oft verschwiegen: Deutschland hat daran nur einen geringen Anteil. Während die Absatzzahlen in den letzten drei Jahren um 40 Prozent nach oben kletterten, wuchs die Zahl der Öko-Landwirte landesweit lediglich um sieben Prozent. „Wir haben großen Bedarf an umstellungsbereiten Erzeugern“, bestätigt Jürgen Herrle. Der Geschäftsführer der „Naturland Fachberatung“ betreut und begleitet die Betriebe von der Zertifizierung über die Betriebsmittelbeschaffung bis hin zur Vermarktung ihrer Produkte. Aus seiner Sicht ist die Situation ähnlich wie in den Anfängen des Anbauverbandes. Während es damals nur wenige Musterbetriebe gab, können jedoch heute alle Bereiche der Landwirtschaft mit Erfolgsbeispielen aufwarten.
„Es gibt etliche Best Practices“, meint Herrle. „Das Problem sind jedoch die Fördergeldkürzungen und die hohen Preise, die im konventionellen Bereich für Energiepflanzen und Rohstoffe gezahlt werden. Viele hält das von dem entscheidenden Schritt ab.“
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein ist nicht nur Mitglied des Naturland Präsidiums und Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW, sondern bewirtschaftet selbst ein eigenes Hofgut in Hessen. Er kennt die Umstellungshürden daher aus eigener Erfahrung, und dennoch würde er den Weg immer wieder einschlagen. „Es macht einfach Spaß, eine Landwirtschaft zu betreiben, die bei meinen Mitmenschen eine so hohe Achtung genießt“, erklärt er. „Ich kann auf viele problematische Betriebsmittel wie Kunstdünger und Pestizide verzichten und trage dazu bei, dass Ressourcen geschont und erheblich weniger Treibhausgase produziert werden. Außerdem widmen wir Naturland Bauern uns auch dem Erhalt der Kulturlandschaften und schaffen zusammen mit der gesamten ökologischen Wertschöpfungskette jährlich bis zu 20.000 neue Arbeitsplätze“. Nach seiner Ansicht muss allerdings die Politik deutlich mehr in die Umstellung von Betrieben investieren, damit all diese Leistungen erbracht werden können.



