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Vogelgrippe: Ansteckungsweg bei betroffenem Betrieb in Wermsdorf ungeklärt

(07.04.2006)

Infektion durch Wildvögel?

Bei dem Geflügelzüchter im sächsischen Wermsdorf, bei dem Vogelgrippe auftrat, handelt es sich um ein Bio-Unternehmen in der Umstellung. Der Fall wird die aktuelle Diskussion um die Freilandhaltung anheizen. Denn die Zuchtgänse des Betriebs durften mit behördlicher Ausnahmegenehmigung ins Freie. Für alle Putenschnitzel, Ostereier und andere Geflügelprodukte (egal ob Bio oder konventionell) gilt nach wie vor, dass sie bedenkenlos verzehrt werden können.

Wie das zuständige Landratsamt mitteilte, hatte die Gänsezucht Wermsdorf eine Ausnahmegenehmigung, die den Aufenthalt der Zuchtgänse im Freien zum Tränken erlaubte. Erkrankt waren aber eben nicht diese Gänse, sondern Puten, die die ganze Zeit im Stall waren. Ob die Gänse – ohne zu erkranken - den Virus aufnahmen und an die Bio-Puten weitergaben, ist offen. Bei den wöchentlichen Kontrollen der Tiere hatte der Amtstierarzt keine Antikörper als Infektionsanzeichen festgestellt. Die erkrankten Puten waren nach Angaben des Unternehmens Eskildsen die ganze Zeit im Stall, so dass ein Kontakt mit den Gänsen wenig wahrscheinlich scheint. Dennoch wird der Fall die aktuelle Diskussion um die Freilandhaltung weiter anheizen, schätzt Kornelie Blumenschein vom Ökoverband Gäa, dem Eskildsen angehört. Für sie steht derzeit allerdings die Zukunft des Unternehmens und der 25 Angestellten im Vordergrund. Nachdem der gesamte Bestand von 16.000 Tieren inzwischen getötet wurde, bleibt der Betrieb vorerst 21 Tage gesperrt. Dann erst kann Eskildsen mit dem Aufbau einer neuen Zuchtherde beginnen.


Vorbild-Betrieb betroffen

Bei der Gänsezucht Wermsdorf Eskildsen GmbH handelt es sich um einen Betrieb, der Gänse, Puten und Hühner ausbrütet und aufzieht. Die Tiere gehen von dort sowohl in konventionelle Freilandhaltung als auch in Bio-Betriebe. Nach Angaben des Anbauverbandes Gäa ist der Standort im zweiten Jahre der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft. Entsprechend der EU-Öko-Verordnung galten die dort aufgezogenen Puten und Legehennen bereits als Bio-Tiere. Als Gäa-Produkte dürften sie erst im nächsten Jahr, nach Ende der Gesamtumstellung, vermarktet werden. Die Gänse galten noch als konventionell. Zusätzlich waren auch Bio-Puten zur Mast eingestellt. Der eigentliche Mastbetrieb für Bio-Puten von Eskildsen liegt jedoch in der Lausitz. Unabhängig von der Zertifizierung handele es sich um einen in Sachen artgerechter Haltung vorbildlichen Betrieb „für den es uns wahnsinnig Leid tut“, sagt Kornelie Blumenschein, Bundesvorsitzende des Anbauverbandes Gäa. Ein Bio-Legehennen-Betrieb von Eskildsen in Sachsen-Anhalt ist Mitglied bei Gäa. Bekannt ist Eskildsen als einer der wichtigsten Anbieter von konventionellen Freilandgänsen.

Ostereier sind sicher

Auch nach dem ersten Vogelgrippefall in einem Geflügelbetrieb gilt, dass Geflügelprodukte bedenkenlos verzehrt werden können.

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