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Klimawandel im Bewusstsein
(07.12.2006)
Doch zwischen Denken und Handeln klaffen noch Welten
Die Deutschen tragen sich mal wieder mit düsteren Umweltgedanken. Der Klimawandel droht nicht nur, sondern wird offenbar sogar schon spürbar. Die Politik soll´s bitte schön schnellstens richten! Dass auch das eigene Verhalten den Klimawandel beeinflusst und deshalb geändert werden müsste, ist den Deutschen allerdings ein dann doch zu unbequemer Gedanke.
Die Rangfolge hat sich verschoben. Wie die Ffanrkfurter Rundschau in ihrer Nikolaus-Ausgabe meldet, ist der Umweltschutz seit langer Zeit mal wieder nach dem Arbeitsmarkt auf Platz 2 der "Sorgen-Hits" gerückt. Das sei der höchste Stellenwert seit den 80er Jahren, als Waldsterben und Tschernobyl die Deutschen für die Umwelt sensibilisierten, so die FR.
Die Zahlen stammen aus einer Befragung der Philipps-Universität Marburg, die seit 1996 im Auftrag des Bundesumweltministeriums alle zwei Jahre das Öko-Bewusstsein und -Verhalten der Republik abfragt. In der repräsentativen Befragung, die im Sommer 1996, also noch vor den jüngsten Debatten z.B. beim Klimagipfel in Nairobi erfolgte, fühlte sich fast jeder Zweite von der globalen Erderwärmung persönlich bedroht.
Andreas Troge (Chef des Bundesumweltamtes) hält diese für "ein kleines Wunder". Denn das Thema ist so komplex und die Auswirkungen noch so wenig greifbar, dass ein so schneller und Sprung ins Bewusstsein ungewöhnlich ist. 62 Prozent der Befragten befinden sich sogar schon in typisch deutscher Endzeitstimmung: Sie glauben schon nicht mehr, dass sich die Klimakatastrophe überhaupt noch aufhalten lasse - und ziehen daraus offenbar merkwürdige Konsequenzen: Sie steigen wieder häufiger ins Auto und tragen damit munter zur Verschärfung der Klima schädigenden CO2-Emmissionen bei. Ganz nach dem Motto: "Jetzt ist doch sowieso alles egal". Zwei Drittel gar nutzen den öffentlichen Nahverkehr nie oder ganz selten.
"Wie wär´s denn mal mit den eigenen Füßen oder dem Fahrrad?", möchte man diesen Zeitgenossen zurufen, denen als eigener Beitrag zum Umweltschutz gerade noch die Mülltrennung einfällt. Doch es ist ja so bequem, die Lösungen von Politik und Wirtschaft zu erwarten.
Ein echter Beitrag zum Umweltschutz wäre der Einkauf im Bioladen mit dem Fahrrad. Das schont das Klima doppelt. Denn bei der Erzeugung von Bio-Produkten wird weit weniger Energie verbraucht und damit CO2-Emissionen erzeugt, als bei konventionellen Produkten



