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Grüne Gentechnik als Jobmotor?

(16.06.2006)

Eher gefährdet grüne Gentechnik Arbeitsplätze

Das dürftigste aller Argumente für die sogenannte Grüne Gentechnik, also dem Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem Acker, ist wohl das der angeblichen Schaffung von Arbeitsplätzen. Nach Schätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stehen den derzeit rund 500 Arbeitsplätzen der Grünen Gentechnik rund 150.000 Arbeitsplätze in der Bio-Branche gegenüber.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stellte jüngst eine Analyse "Grüne Gentechnik als Arbeitsplatzmotor? Genaueres Hinsehen lohnt sich" der Öffentlichkeit vor. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Lehrstuhl für Unternehmensführung der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.

Thorsten Helmerichs, Autor der Analyse: "Es gibt keine Belege für die von Befürwortern der Gentechnik oft angeführten positiven Wirkungen der Agro-Gentechnik auf den Arbeitsmarkt. Zahlen von Zehntausenden von neuen Arbeitsplätzen, die beispielsweise von der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie genannt wurden, entbehren jeder realistischen Grund¬lage."

Zu den Beschäftigtenzahlen in der Agro-Gentechnik gebe es lediglich unsichere Daten. Auf entsprechende Anfragen bei 70 deutschen Unternehmen habe nur ein Fünftel geantwortet. Die Schätzung von maximal 500 Arbeitsplätzen sei deshalb optimistisch. Nach Aussagen der antwortenden Unternehmen würden auch künftig Neueinstellungen nur in geringer Zahl erfolgen. Aufgrund zu beobachtender Fusionen in der Branche rechnet die Universität Oldenburg sogar mit rückläufigen Beschäftigtenzahlen.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Es ist kein Wunder, dass die deutsche Gentechbranche ihre Zahlen nicht offen legt. Stellt man ihren maximal 500 Beschäftigten die 150000 Arbeitsplätze in der Bio-Branche gegenüber, dann wird klar, wo der Jobmotor brummt. Wir fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, Arbeitsplatzversprechen der Genindustrie nicht länger auf den Leim zu gehen. Sie muss endlich ihren gentechnikfreundlichen Kurs ändern und sich stattdessen für mehr Arbeitsplätze im Biosektor und in der gentechnikfreien konventionellen Landwirtschaft einsetzen."

Merkel habe das Arbeitsplatzargument wiederholt eingesetzt, um auf Änderungen des Gentechnikgesetzes zu drängen. Dabei übersehe sie, dass die verstärkte Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen würde.

Die Expertise "Grüne Gentechnik als Arbeitsplatzmotor? Genaueres Hinsehen lohnt sich" ist im Internet unter

Grüne Gentechnik als Arbeitsplatzmotor?

erhältlich.

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