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Fußball-WM wird klimaneutral

(21.03.2006)

Umweltminister Gabriel lobt das "Green Goal"-Konzept

Die Fußballweltmeisterschaft soll zum ersten klimaneutralen Sportgroßereignis der Welt werden. Zu diesem Zweck haben die Veranstalter insgesamt 1,3 Millionen Euro mobilisiert.

Bereits 91 Tage vor dem Anstoß der FIFA WM 2006 ist das anspruchsvollste Ziel innerhalb des Umweltprogramms Green Goal erreicht: die WM 2006 ist die erste Großveranstaltung im Sport, die klimaneutral ausgerichtet wird. Dies bedeutet: Die schädlichen Auswirkungen auf das Klima werden über den effizienten Einsatz der Energie, die Nutzung erneuerbarer Energieträger und die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel möglichst niedrig gehalten. Die nicht zu vermeidbaren Auswirkungen werden über Investitionen in den Klimaschutz komplett ausgeglichen. „Bei der WM schaut die ganze Welt auf Deutschland. Da wollen wir natürlich auch beim Umweltschutz vorbildlich sein“, sagt OK-Präsident Franz Beckenbauer.
Aus Anlass der WM werden nach Berechnungen des Öko-Instituts e.V. rund 100.000 Tonnen Treibhausgase produziert, verursacht durch die zusätzlichen WM-Verkehre innerhalb Deutschlands. Kalkuliert man die Treibhausgas-Kompensation pro Tonne mit jeweils zehn Euro, kostet der komplette Ausgleich eine Millionen Euro. „Insgesamt investieren wir sogar rund 1,2 Millionen Euro in die Klimaneutralität. Dieser Betrag kommt ausschließlich aus dem Fußball selbst sowie von unseren Green Goal-Partnern, die großartige, individuell auf die WM 2006 maßgeschneiderte Projekte initiieren. Darüber hinaus gibt es viele weitere Aktivitäten zum Klimaschutz“, sagt der 1. OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Green Goal dokumentiert das freiwillige Engagement des DFB und des Organisationskomitees im Umweltbereich. Hinzu kommt nun ein absolutes Novum bei Sportgroßveranstaltungen, die Klimaneutralität. Als Bundesumweltminister freut mich das besonders. Zeigt es doch, dass die deutsche Umwelt- und Klimaschutzpolitik auch von der Gesellschaft und der Wirtschaft getragen wird.“

500.000 Euro investiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Tamil Nadu, einer vom Tsunami zerstörten Region im östlichen Indien. Dort entstehen moderne Biogasanlagen, wodurch 30.000 Tonnen Emissionen eingespart werden. Ein Teil des Betrages geht in zusätzliche Sachleistungen sowie den Bau von Hütten und Häusern für die Bevölkerung. Neben dem Beitrag zur Klimaneutralität leistet der DFB damit auch humanitäre Hilfe.

Mit 400.000 Euro beteiligt sich die FIFA. „Deutschland 2006 wird als die erste FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in die Geschichte eingehen, für die ein von A – Z durchdachtes Umwelt- und Entsorgungskonzept erarbeitet und umgesetzt wurde“, resümiert Lennart Johansson, der Vorsitzende der Organisationskommission der FIFA WM 2006. An der Finanzierung der Klimaneutralität beteiligen sich noch die Deutsche Telekom AG sowie der in Brüssel ansässige Interessensverband Plastics Europe. Das Engagement der Partner Coca-Cola, Deutsche Bahn, EnBW und TOTAL komplettiert die Kompensations-Kosten.

Klaus Töpfer, Exekutiv-Direktor der UNO-Umweltorganisation UNEP: „Ich freue mich, das Umweltprogramm Green Goal auf dem Weg zur FIFA WM 2006 als Botschafter unterstützen zu können. Mit Green Goal punktet der Umweltschutz auch beim Fußball. Sportler brauchen eine gesunde Umwelt und als Kehrseite der Medaille haben Sportereignisse und -einrichtungen negative Auswirkungen auf die Umwelt durch Energieverbrauch, Transportaufkommen und Abfallerzeugung - nur um einige Faktoren zu nennen. Diese Verbindung von Sport und Umwelt ist akzeptiert: von Turin über die WM in Deutschland nach Peking. Für das Erreichen der Klimaneutralität verdienen das OK und seine Partner großes Lob.“

Die ausgewählten Klimaschutzprojekte entsprechen den Anforderungen des internationalen Gütesiegels „Gold Standard“ mit den weltweit höchsten Sozial- und Umweltstandards.

Quelle: Pressemitteilung der FiFa-World-Cup

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