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Bundesumweltministerium wird 20 Jahre alt

(06.06.2006)

Manches erreicht - vieles noch zu tun

1986 in der Folge des Reaktorunglücks von Tschernobyl und zur eher beschwichtigenden Abwehr grünen Gedankenguts und entsprechender politischer Forderungen gegründet, hat sich das Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in seiner Tätigkeit über den technischen Umweltschutz hinaus inzwischen stärker in Richtung einer vorsorgenden Politik entwickelt.

Offenbar entwickeln die zwangsläufigen Einsichten und drängenden Themen im Umweltschutz eine Eigendynamik, der sich selbst CDU-Minister, wie Angela Merkel oder Klaus Töpfer, die diesem Ministerium einst vorstanden, kaum entziehen konnten.

Zurecht stellte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt zum ministeriellen Jubiläum fest, dass die Einführung von Katalysatoren, Industriefiltern und Kläranlagen, die das Ministerium vorangetrieben habe, eine deutliche Verbesserung der Luft- und Wasserqualität in Deutschland bewirkt habe. Mehr Kreislaufwirtschaft, Rohstoffrecycling und das Dosenpfand hätten zu einem effizienteren Umgang mit den natürlichen Ressourcen geführt. Zunehmend seien auch globale Umweltprobleme in den Blick genommen worden. So sei der frühere Bundesminister Klaus Töpfer maßgeblich an den Ergebnissen des Weltumweltgipfels in Rio de Janeiro beteiligt gewesen. Angela Merkels Verdienst als Umweltministerin sei ihr Einsatz für das Kyoto-Protokoll gewesen. Unter Jürgen Trittin habe es einen Schub bei erneuerbaren Energien, die Verankerung der Nachhaltigkeitsstrategie und die Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes gegeben.

Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende, spart daher anlässlich des "Geburtstags" des Ministeriums auch nicht mit Lob: „Die Schaffung eines Bundesumweltministeriums hat zu einer Aufwertung des Umwelt- und Naturschutzes geführt. Vieles wurde in den vergangenen Jahren vom BMU auf den Weg gebracht, dazu gratulieren wir."

Zahrnt sieht jedoch auch weiterhin deutlichen Handlungsbedarf, dem sich das Ministerium stellen müsse: " Es gibt aber auch noch erheblichen Nachholbedarf. Zunehmender Straßenverkehr und die Folgen für das Klima, zu hoher Flächenverbrauch, der Verlust seltener Tiere und Pflanzen - das alles sind Probleme, die Umweltminister Gabriel energisch anpacken muss.“

Nachhaltigkeit müsse zum „grünen Faden der Politik“ werden. Der BUND werde Sigmar Gabriel beim Wort nehmen, der sich erst kürzlich gegen den Raubbau an der Natur und für die Entwicklung eines fairen und nachhaltigen Lebensstils ausgesprochen habe. Umweltentlastende Verhaltensänderungen könnten durch entsprechende politische Rahmenbedingungen gefördert werden - zum Beispiel durch die Besteuerung von Flugbenzin oder die Abschaffung von Subventionen für die industrielle Landwirtschaft. Auch gelte es, selbstbewusst auf die Innovationschancen nachhaltiger Politik und ihrer Potentiale für die Schaffung von Arbeitsplätzen zu setzen.



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