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BUND fordert mehr Energieeffizienz und Ausbau der regenerativen Energien
(21.11.2006)
Kasseler Wissenschaftler: Bis 2030 komplett sauberer Strom möglich
Während die Forderung der Bundesdelegiertenversammlung des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) nach weiterem Ausbau der erneuerbaren Energien - mithin der Kampf für Windmühlenflügel - sich wieder einmal zunächst wie das Anrennen gegen Windmühlenflügel liest, gibt der Kasseler Wissenschaftler Jürgen Schmid dieser Forderung eine reelle Chance: Die komplette Stromversorgung aus Windenergie und Biomasse sie bis zum Jahr 2030 machbar.
Die BUND-Aktivisten mahnen bei der Politik die Einstellung der ineffizienten und klimaschädlichen Kohleförderungspolitik sowie die Erhöhung der Besteuerung von Dieselkraftstoff an. Parallel dazu müsse die Autoindustrie endlich aufhöhren, Spritfesser zu produzieren.
Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: „Die Bundesregierung hat es in der Hand, der europäischen Energiepolitik einen entscheidenden Schub in Richtung Energieeffizienz und klimaverträglicher Energiegewinnung zu geben. Dazu gehört, aus veralteten oder gefährlichen Energieträgern wie Kohle oder Atomkraft auszusteigen. Alle staatlichen Subventionen für diese Energieträger abzuschaffen, wäre ein erster machbarer und wichtiger Schritt."
Der BUND begrüßte die Ankündigung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, den Kohlendioxidausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Dazu müsse dieser allerdings den Irrweg der Kohleförderung schnellstens beenden.
Der Leiter des Kasseler Instituts für solare Energieversorgungstechnik ISET stützt die Forderungen der Umweltaktivisten mit der These, wenn sich das Wachstum bei den neuen Energien so wie in den vergangenen 15 Jahren fortsetze, sei man mit Windenergie und Biomasse bis zum Jahr 2030 in der Lage, den kompletten Strombedarf zu decken.
In Modellrechnungen zeigt der Wissenschaftler, dass bei weiterer zu erwartender Verteuerung von Mineralöl und Erdgas und gleichzeitiger Verbilligung der regenerativen Stromerzeugung duch neue Techniken sich schon bald große Offshore-Windparks in der Nordsee und vor Nordafrika rechnen werden.
Der BUND unterstreicht derweil seine Forderungen insbesondere durch Kampagnen gegen BMW und Mercedes. So wird die Modellpolitik des DaimlerChrysler-Konzerns scharf kritisiert. Das Unternehmen komme seiner Verantwortung zum Klimaschutz nicht nach und verfehle das Ziel, die schädlichen CO2-Emissionen bei Neuwagen entscheidend zu reduzieren. Die aktuell verkauften Mercedes-Pkw emittierten im Durchschnitt 185 Gramm CO2 pro Kilometer. 1998 habe Mercedes versprochen, diesen Wert von damals rund 220 Gramm bis 2008 auf 140 Gramm zu senken. In den zurückliegenden acht Jahren sei nur rund die Hälfte dieser Selbstverpflichtung erfüllt worden. Offensichtlich sei, dass die verbleibenden zwei Jahre nicht genügten, um die andere Hälfte zu erreichen.
Auch BMW kommt z.B. in einer in der Berliner Tageszeitung taz veröffentlichten Anzeige schlecht weg. Abgebildet ist ein BMW, der in einer von den Alpen abgehenden Schlammlawine versinkt.



