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Bio-Kauf ist Grundwasserschutz

(06.06.2006)

Konventionelle Massentierhaltung gefährdet Grundwasser

Anlässlich des Internationalen Tags der Umwelt hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor einer Verschlechterung des Grundwasserschutzes in Europa gewarnt. Der wichtigsten Trinkwasserquelle drohe Gefahr, wenn der derzeit vorliegende Entwurf des EU-Rates zur Grundwasserrichtlinie vom Europäischen Parlament nicht deutlich nachgebessert werde. Insbesondere die konventionelle Massentierhaltung gefährde die Wasserqualität.

Sebastian Schönauer, BUND-Wasserexperte: „Vierzig Prozent des Grundwassers in Europa sind bereits übermäßig verschmutzt. In Deutschland wird Nitrat im Grundwasser bis zum siebenfachen des zulässigen Grenzwerts gefunden, vor allem in Gebieten mit Massentierhaltung. Nitrate wandeln sich im Körper in giftige Nitrite um, die das Krebsrisiko steigern und bei Säuglingen zur lebensbedrohlichen Blausucht führen können. Außerdem tragen Nitrate zur Überdüngung der Gewässer bei. Die täglich stattfindende Grundwasservergiftung muss beendet werden. Zu stoppen sind vor allem die extremen Stickstoffeinträge aus der industriellen Landwirtschaft.“

Doris Eberhardt, BUND-Grundwasserexpertin, betonte, dass die Standards zur Vermeidung des Eintrags giftiger Pestizide, Schwermetalle und Arzneimittelrückstände ins Wasser unzureichend seien. Für den Nitratgrenzwert von 50 Milligramm je Liter Grundwasser seien Ausnahmen vorgesehen, in deren Folge mit einer großflächigen Verschmutzung zu rechnen sei. Der Gesetzesentwurf ignoriere zudem die Wirkung schädlicher Chemikalien auf Kleintiere und andere Organismen im Grundwasser. Das würde dazu führen, dass die Reinigungskräfte des Wassers gefährdet seien.

Der BUND appelierte an die Europa-Abgeordneten, bei der am 12. Juni anstehenden Abstimmung im Europäischen Parlament keine Ausnahmen beim Grundwasserschutz zuzulassen. Wichtig sei die Beibehaltung des Vorsorgegrundsatzes. Eine nachsorgende Wasseraufbereitung sei bis zu Zehn mal teurer.

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