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Seehofer will mit Gentechnik beglücken
(19.12.2005)
Demeter-Bund reagiert mit scharfer Ablehnung
Die Ankündigung von Landwirtschaftsminister Seehofer, den Anbau von
genveränderten Pflanzen in Deutschland vorantreiben zu wollen, stößt bei
Demeter, dem ältesten Bio-Anbauverband, auf scharfe Ablehnung. Demeter-
Vorstand Joachim Bauck, biodynamischer Bauer in der Lüneburger Heide,
kommentiert: „Schöne Bescherung, Herr Minister!“
Der älteste Bio-Anbauverband, Demeter, reagiert mit Empörung auf die Ankündigung des neuen Agraministers, Horst Seehofer, in einem Interview mit der Berliner Zeitung, a) die (angebliche) bevorzugte Behandlung des
Bio-Landbaus beenden und b) die Gentechnik in Deutschland vorantreiben zu wollen.
Demeter-Vorstand Joachim Bauck, biodynamischer Bauer in der Lüneburger Heide, fragt, wie Seehofer den versprochenen Schutz von Mensch und Umwelt denn gewährleisten wolle. Wer das derzeitige Gentechnikgesetz aufweiche, mache die Koexistenz unmöglich und entziehe dem Bio-Anbau damit die Grundlage. „Und das, wo Verbraucher immer klarer gegen Lebensmittel mit gentechnisch veränderten BestandteilenPosition beziehen,“ kritisiert Demeter.
Die biologisch-dynamische Bewegung schielt gerade zu sehnsüchtig ins
Nachbarland Schweiz, wo die umstrittene Frage zur Grünen Gentechnik durch
einen Volksentscheid eindeutig geklärt werden konnte. „Wenn Seehofer die
Menschen in unserem Land fragen würde, müsste er seine ganze Kraft als
Verbraucherschutzminister dafür einsetzen, Gentechnik auf deutschen Feldern
zu verhindern,“ so Bauck. Da erscheine die Forderung der Bio-Bauern nach
Schutz ihrer Anbauweise, die konsequent gentechnische Veränderungen für
Bio-Lebensmittel ausschließen will, als Minimallösung. „Von einem profiliertem Gesundheitsexperten hätten wir mehr Sensibilität erwartet und hoffen nun auf Gesprächsbereitschaft beim neuen Minister, um ihm die Existenzsorgen der Bio-Bauern persönlich darstellen zu können.“



