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Über eine Milliarde Menschen hungern und ebenso viele leiden an krank machender Fettleibigkeit

(26.05.2010)

Ergebnisse des Weltagrarberichts - weiter wie bisher ist keine Option

Warum müssen auf unserem Planeten über eine Milliarde Menschen hungern und gleichzeitig ebenso viele an krank machender Fettleibigkeit leiden?

2,3 Milliarden Tonnen Getreide wurden 2008 weltweit geerntet, mehr als je zuvor, auch pro Kopf der Bevölkerung. Doch nur 47% davon dienten der menschlichen Ernährung. Der Rest ist Tierfutter, Sprit, industrieller Rohstoff und Abfall. Unser globales Ernährungs-System ist eine der wichtigsten Ursachen für Klimawandel, Artensterben, Umweltvergiftung und Wasserknappheit; aber auch für vermeidbare Krankheiten, Kinderarbeit, Armut und Ungerechtigkeit.

Im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbank faßten 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Stand des globalen Wissens über die Landwirtschaft, ihre Geschichte und Zukunft zusammen. 58 Regierungen verabschiedeten die Zusammenfassung der Ergebnisse. Sie sind unbequem und alarmierend, warnen vor Irrwegen und zeigen Auswege.

Weltagrarbericht

Diese Webseite präsentiert die wichtigsten Ergebnisse des Weltagrarberichts, macht alle seine Berichte zugänglich und liefert Hintergründe und Detailinformationen. Sie soll zum Nachdenken und zur Diskussion anregen, vor allem aber zum Handeln.


Broschüre zum Weltagrarbericht

"Wege aus der Hungerkrise - die Erkenntnisse des Weltagrarberichts und seine Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen" fasst wichtige Ergebnisse des Weltagrarberichts auf 42 Seiten zusammen. Bestellmöglichkeit & Download:

Weltagrarbericht

Autoren optieren für eine kleinbäuerliche Landwirtschaft

Das industrielle Modell einer globalisierten Landwirtschaft ist trotz Überproduktion nicht in der Lage, das Grundbedürfnis von Milliarden Menschen nach ausreichender und ausgewogener Ernährung zu befriedigen. Deshalb lautet die zentrale Botschaft des Weltagrarberichtes:
Weiter wie bisher ist keine Option!
Die industrielle Landwirtschaft beutet die verfügbaren natürlichen Ressourcen der Erde aus. Sie ersetzt mit Großtechnik und Agrarchemie den Einsatz menschlicher Arbeit durch fossile Energie. Industrielle Landwirtschaft erfordert gewaltige Mengen an Pestiziden und Kunstdünger. Sie verbraucht rund 70 % der weltweiten Süßwasser-Entnahme.
Der Weltagrarbericht räumt mit dem Mythos der Überlegenheit industrieller Landwirtschaft aus volkswirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Sicht gründlich und ehrlich auf.

Als neues Paradigma der Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts formuliert er stattdessen: Kleinbäuerliche Strukturen - vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika - sind die wichtigsten Garanten und die größte Hoffnung einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Lebensmittelversorgung der wachsenden Weltbevölkerung.

Dazu würde eine biologische Wirtschaftsweise passen, die gerade Kleinbauern entgegen kommt: Sie bestellen ihre Felder ohnehin weitgehend ohne Maschinen, weswegen sie auch wenig Pestizide oder Fungizide benötigen, weil die Hacke die Chemie zum Teil ersetzt. Robuste Bio-Sorten täten ein übriges, um den Einsatz von Agrochemie zu minimieren. Daran haben Kleinbauern im Gegensatz zu Großgrundbesitzern ein vitales Interesse, weil sie gar nicht die finanziellen Mittel dazu haben. Dasselbe gilt für den Einsatz von Kunstdünger. Auch hier optiert der Kleinbauer ganz einfach schon aus Kostengründen für eine klassische Bio-Kreislaufwirtschaft, die ihm erlaubt, seine Felder autark mit den nötigen Nährstoffen zu versehen. Gentechnik dagegen ist immer auf eine Kombination von Gentec-Saatgut, Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger angelegt, die den Bauern in eine Abhängigkeit zwingt.

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