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Stiftung Warentest benachteiligt Bio-Produkte

(26.10.2009)

Spezifische Sensorik-Kriterien für Bio-Ware "nicht nötig"

Bei einem Test von Würstchen im August-Heft wertet die Stiftung Warentest die Bio-Würstchen von Ökoland im Geschmackstest ab, nachdem diese alle objektiven chemischen Tests mit Bravour bestanden hatten. Auf den Hinweis des Herstellers, dass die Ökoland-Würstchen ohne Zusatzstoffe und ohne Nitrit-Pökelsalz hergestellt werden und deshalb naturgemäß anders schmecken, antwortete Warentest: „Verbraucher erwarten aber, dass Wiener mit Nitritpökelsalz hergestellt werden.“ (Test 8/2009 S. 29) und dass „eine spezifische sensorische Schulung unserer Prüfpersonen auf Bioprodukte nicht für notwendig“ gehalten werde. Mit dieser Einstellung werden im November-Heft auch Bio-Rapsöle radikal abgewertet.

Dazu erklärt die Firma Ökoland: "Die „Ökoland Wiener Würstchen“ waren die einzigen Würstchen im Test, die ohne jegliche Lebensmittel-Zusatzstoffe hergestellt sind. Die anderen Würstchen enthielten zwischen drei und fünf Zusatzstoffe, so auch Phosphate. Sie sind in Biowürstchen nach EU-Öko-Verordnung nicht rlaubt. Das für uns besonders wichtige Qualitätskriterium „keine Zusatzstoffe“ war für die Tester allerdings nicht von Interesse. Wir halten die Berücksichtung von Kriterien der ökologischen Lebensmittelher-stellung und eine entsprechende Qualifizierung für eine Grundvoraussetzung, um zu nachvollziehbaren Testurteilen zu gelangen. Ein direkter Vergleich von Brühwurst-Produkten mit und ohne Nitritpökelsalz (auch deklariert als Natriumnitrit, NPS oder E250) ähnelt in etwa dem Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Laut einem langjährigen DLG-Prüfer werden NPS-freie Produkte wegen des fehlenden Pökelaromas und der fehlenden roten Farbe bei Tests häufig abgewertet Siehe „Herausforderung für den Geschmackssinn“ aus Allgemeine-Fleischer-Zeitung, 14.02.2007, aus dem Archiv kostenpflichtig zu beziehen:

Archiv der Allgemeinen Fleischerzeitung

Die gesamte Stellungnahme der Firma Ökoland können Sie hier nachlesen:

Stellungnahme Ökoland

Auch Bio-Rapsöle schmecken den Warentestern nicht

In der aktuellen November-Ausgabe von Stiftung Warentest sind 25 Rapsöle getestet worden. Darunter waren auch neun native Bio-Rapsöle. Sieben dieser Öle wurden ausschließlich aus sensorischen Gründen mit „mangelhaft“ bewertet.

Die getesteten Bio-Rapsöle haben in der chemischen Qualität sehr gut bis gut abgeschnitten. Sie waren außerdem frei von Schadstoffen wie Pestiziden oder Weichmachern. Diese Bewertungskriterien sind jedoch nur zu jeweils 10% in die Gesamtbewertung eingeflossen. Zudem wurden in keinem nativen Rapsöl Spuren gentechnisch veränderter Organismen entdeckt.

Grund für die „mangelhafte“ Bewertung der Bio- Rapsöle war ausschließlich die sensorische Beurteilung, deren Ergebnis zu 45% in das Bewertungsschema einfloss. Ein mangelhaftes Ergebnis in der Sensorik führte direkt zu einem mangelhaften Ergebnis in der Gesamtbewertung – ohne Berücksichtigung der anderen Teilergebnisse.

Bio-Produkte haben ursprünglichen Geschmackscharakter

Zu den merkwürdigen Geschmacksabwertungen der Warentester stellt der Bundesverband Naturkost Naturwaren Hersteller und Großhandel fest: "Alle getesteten Bio-Öle sind native Rapsöle. Da sie weder raffiniert noch desodoriert werden, besitzen sie im Gegensatz zu raffinierten Ölen einen eigenständigen Charakter, der von den Verbrauchern als Qualitätsmerkmal geschätzt wird: Sie zeichnen sich durch ihren ursprünglichen, nussig-saatigen Geschmack aus.

Lesen Sie die komplette Stellungnahme nach:

BNN-Stellungnahme zu Rapsöl

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