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Regierungskoalition plant Reduzierung der Ökolandbau-Forschung
(29.11.2010)
Öko-Verbände empört über die geänderte Mittelzuweisung
Vielerorts auf Unverständnis stößt der Beschluss der Bundestagsfraktionen von CDU und FDP im Haushaltsaus-schuss des Bundestages, die Mittel des Bundesprogramms Ökologischer Landbau auch für "andere Formen der Landwirtschaft" bereitzustellen. Derzeit stehen in diesem Programm, das hauptsächlich der Forschungs-förderung dient, jährlich 16 Mio. EUR zur Verfügung. Die Bio-Anbauverbände schickten Protestschreiben an Bundestagsabgeordnete und an die Landwirtschaftsmini-sterin nach Berlin.
Die Bundesverbände Naturkost Naturwaren, der Verband Naturkost Südbayern, der Verband der Bio-Supermärkte und der Ökomarkt Hamburg haben nun die Bundestagsab-geordneten in einem gemeinsamen Brief mit Hintergrund-informationen versorgt. „Nur mit einer Stärkung des Bio-Landbaus kann die Bundesregierung ihre Nachhaltig-keitsziele im Bereich der Landwirtschaft erreichen" so Uli Zerger von der Stiftung Ökologie und Landbau in Bad Dürkheim.
Bioland lobt Bekenntnisse zum Ökolandbau
Bioland begrüßt die Bekenntnisse zum ökologischen Landbau, die heute im Rahmen der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag von Vertretern aller Fraktionen abgegeben wurden. Trotz kontroverser Diskussionen um die Verwendung von Fördermitteln im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) herrschte Einigkeit hinsichtlich der Bedeutung ökologisch wirtschaftender Betriebe und deren Innovations-potentials. „Die positiven Bekenntnisse zum ökolo-gischen Landbau gilt es nun ernsthaft zu berück-sichtigen und das BÖL weiterhin konsequent zur ökologischen Praxisforschung und zur Weiterent-wicklung einer ökologischen Landwirtschaft zu nutzen“, erklärte Bioland Präsident Thomas Dosch zum Abschluss der Debatte. Die beschlossene Öffnung des BÖL für konventionelle Landwirtschaft drohe jedoch den Kern des Programms anzugreifen. Die formale Zweckentfremdung der Mittel sei nicht sinnvoll, da bereits heute ein Großteil der ökologisch orien-tierten Maßnahmen auch konventionell wirtschaftenden Betrieben zugute kommt, die sich einer nachhaltigen Landwirtschaft verpflichtet fühlen.
Gleichzeitig wies Dosch Aussagen von Vertretern der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP auf das schärfste zurück, nach denen das BÖL in den vergangenen Jahren mangels Interesse nicht ausgeschöpft oder gar für „politische Propaganda“ missbraucht worden sei. Es sei erschreckend, so Dosch, wie unsachlich Debatten im höchsten Parlament in Deutschland stellenweise geführt werden. Die Öffnung des Bundesprogramms entbehre jeder sachlichen Grundlage, da der Beschluss auf falschen Argumenten basiere.



