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Ökoverbände fordern Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik

(20.01.2012)

Gemeinsame Stellungnahme von Bioland und Naturland

Die EU-Agrarpolitik wird 50 Jahre. Zeit für eine Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik meinen die Öko-Verbände Bioland als bedeutendster Anbauverband in Deutschland und Naturland als einer der größten Öko-Verbände weltweit. Die globale Ernährungssicherung und die großen Herausforderungen im Umwelt- und Ressourcenschutz erforderten neue Weichenstellungen für das europäische Agrarmodell nach 2013, fordern beide Verbände in einer gemeinsamen Stellungnahme.

„Das alte Zwei-Säulenmodell der EU-Agrarpolitik muss abgeschafft werden. Es ist überholt und wird den gesellschaftlichen Anforderungen nicht mehr gerecht. Die Agrargelder müssen von der Gießkannenförderung der 1. Säule (flächenbezogene Direktzahlungen) zugunsten der 2. Säule (Entwicklung des ländlichen Raumes) umgeschichtet werden. Es muss das Prinzip ‚öffentliche Gelder für öffentliche Güter und Leistungen’ gelten. 100 Prozent EU-Gelder für landschaftsraubende, bodenzehrende und klimaschädigende Landwirtschaft muss der Vergangenheit angehören“, fordern Jan Plagge, Präsident von Bioland, und Hans Hohenester, Vorsitzender des Naturland Präsidiums.
„Der ökologische Landbau als nachhaltigste Form der Landwirtschaft muss Leitbild einer modernen und zukunftsfähigen europäischen Agrarkultur werden“, fordert Hans Hohenester. Er bietet Lösungen für zahlreiche Herausforderungen im Umweltschutz, etwa im Klima-, Boden-, Gewässer- und Artenschutz. Die ökologische Lebensmittelwirtschaft schafft zudem Arbeitsplätze und fördert lebendige Regionen.
Enttäuscht zeigen sich Bioland und Naturland von der ungenügenden finanziellen Ausstattung und Beteiligung der EU an der „Zweiten Säule“ und fordert eine Verdopplung der Finanzmittel für den Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. „Um den umweltpolitischen Herausforderungen gerecht zu werden, muss die EU hier mehr Finanzmittel für den ökologischen Landbau und weitere umweltverträgliche Landbewirtschaftungsmaßnahmen bereitstellen“, so Jan Plagge.
Landwirtschaftministerin Aigner wird aufgefordert, ihre Blockadepolitik gegen eine wirksame EU-Agrarreform aufzugeben, damit sie den Menschen in der EU dienen kann. Ansonsten wird die Bereitschaft in der Bevölkerung der EU sinken, weiterhin jährlich knapp 60 Milliarden Euro Steuermittel in den Agrarbereich zu pumpen.

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