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Süßkirschenernte in vollem Gang
(30.06.2008)
Dank des sonnigen Sommers 10 Tage frührer als sonst
Zehn Tage früher als in normalen Jahren hat in ganz Deutschland die Süßkirschenernte begonnen. Die süßesten Früchte kommen immer zuerst. Es beginnt mit den Sorten Valeska, Naprumi und Merchant.
Ob Sauer-, Süß- oder Knorpelkirsche – allesamt sind sie reich an Vitamin C und haben einen hohen Gehalt an Provitamin A. In der knallroten, meist herzförmigen Frucht verbergen sich außerdem die Mineralstoffe Kalium, Eisen, Calcium, Fluor und Phosphor. Und auch die sekundären Pflanzenstoffe haben für den Menschen eine gesundheitsfördernde Wirkung. Die roten Farbstoffe der Süßkirsche wirken beispielsweise entzündungshemmend.
Öko--Anbau von Kirschen ist eine Wissenschaft für sich
Der ökologische Anbau von Kirschen ist eine hohe Gärtnerkunst, die ein großes Maß an Erfahrung und Wissen über die Biologie von Schädlingen und Nützlingen erfordert. Die Königin der Früchte aus ökologischem Anbau ist ein rares Gut, sie ist oft beleidigt, wenn kleinste Fehler im Anbau auftreten. Zur Pflege kommen beispielsweise Öko-Bauern, die nach den Richtlinien des größten deutschen Anbauverbandes Bioland wirtschaften, mit natürlichen Stoffen aus. Durch geeignete Sorten- und Standortwahl wird ein möglichst geringer Eingriff in die natürlichen Abläufe des Obst-Anbaus angestrebt.
Foto: Bioland
Das Problem: In den größeren Kirschenregionen ärgern kleine Schädlinge oft die Erzeuger und trüben den Kirschenauge. Im Norden bekommt man es häufig mit der schwarzen Kirschlaus zu tun. Diese saugt an den Blättern und hemmt so den Austrieb. Besonders unerfreulich für den Verbraucher ist auch die Bildung des Honigtaus, der die Früchte verschmutzt. Im Süden dagegen treibt häufiger die Kirschfruchtfliege ihr Unwesen, indem sie ihre Maden in die Kirschen setzt. Gemeinsames Hauptproblem ist die Witterung:
Bei langanhaltendem Regen platzen die prallen Früchte leicht und können dann nicht mehr vermarktet werden.
Im Biolandbau werden die Insekten und Pilze durch natürlich vorkommende Stoffe reguliert. Durch die Schonung und Förderung von Nützlingen wie z.
B. Marienkäfern und Schwebfliegen können die Schädlinge reduziert werden.
Eine weitere vorbeugende Maßnahme, besonders im Süden, ist die Wahl früher Sorten, da diese nicht von der Kirschfruchtfliege befallen werden.
Trotz und gerade wegen der Sonne im Mai: Die Biolandbauern rechnen mit einer sehr aromatischen Ernte 2008. Übrigens: Die sauren Kirschen sind erst sechs Wochen nach ihren süßen Kolleginnen dran.



