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Ökofisch immer gefragter
(15.10.2008)
World Wildlife Fund (WWF) fördert umweltschonende Fischerei
Nach den veröffentlichten Zahlen des Fischinformationszentrums (FIZ) lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch- und Meeresfrüchten in Deutschland 2007 bei 16,4 Kilo. Damit hat sich der Konsum seit 2004 um fast 20 Prozent erhöht. Angesichts des steigenden Verzehrs zeigt sich der WWF efreut darüber, dass die Deutschen gleichzeitig immer mehr Öko-Fisch kaufen. Über 29 Prozent des in Deutschland erhältlichen Fisches aus Wildfängen stammt nach Angaben des WWF aus Fischereien, die sich im Programm des “Marine Stewardship Council” (MSC) befinden.
“Es gibt einen erfreulichen Trend hin zu Öko-Fisch”, so WWF-Fischereiexpertin Catherine Zucco. Das vom WWF empfohlene Zertfikat “Marine Stewardship Council” (MSC) steht für eine umweltschonende Fischerei empfohlen. Vor drei Jahre lag der Wert noch weit unter zehn Prozent, während nun bereits über 29 Prozent des Wildfangs so zertifiziert ist.
Um das MSC-Zertifikat zu erhalten, müssen Fischereien nachweisen, dass sie eine umweltschonende Methode benutzen und so beispielsweise den Beifang reduzieren. Zudem dürfen sie nur so viele Tiere einer Art abfischen, dass deren Bestand nicht gefährdet ist. “Der dritte wichtige Punkt ist ein gutes Management im Hintergrund, das darauf achtet, dass Vorgaben und Regelungen auch eingehalten werden”, so Zucco.
Überfischung, zerstörerische Fangmethoden und der oftmals vermeidbare Beifang von Fischen und anderen Meerestieren zählen zu den größten Gefahren für die Ozeane. So würden beispielsweise für jedes Kilo Seezunge auf dem Teller mindestens sechs Kilo Fisch, vor allem Jungtiere, als Abfall wieder über Bord geworfen. “Das ist einer der stillen Skandale in unseren Meeren”, so Zucco. Der WWF fordert die EU-Fischereiminister auf, die Fangquoten für gefährdete Bestände wie den Nordsee-Kabeljau zu senken und Beifänge wirkungsvoll zu bekämpfen.
EU-Fischfang ruiniert die Armen
Zudem gehe, so der WWF, der Fischkonsum zulasten der Armen dieser Welt. “Nachdem Europa in den vergangenen Jahrzehnten seine eigenen Gewässer leer gefischt hat, bedienen wir uns heute schamlos vor der Küste Westafrikas”, kritisiert Zucco. Die heute viel diskutierte Seeräuberei vor Somalia hat hier einen ihrer Ursprünge. Ehemalige Fischer, die durch die technisch hoch gerüsteten Trawler-Flotten der EU um ihre Lebensgrundlage gebracht wurden, kehren nun als Piraten in die ehemaligen Fanggründe zurück. So schlägt im Grunde die Rücksichtslosigkeit der EU auf die dann lautstark beklagte Gefährdung ihrer Überseetransportwege zurück.
Der steigende Fischkonsum in Deutschland sei aber nur akzeptabel, wenn zunächst die Bedürfnisse derer gestillt werden, für die die Versorgung mit Fisch überlebensnotwendig ist. Die EU dürfe sich nicht länger an der Ausbeutung der afrikanischen Gewässer beteiligen und müsse faire Fischereiabkommen mit den betroffenen Staaten schließen.



