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Convenience meets Bio
(12.03.2008)
Immer mehr Öko-Fertigprodukte
"Chips sind doch schon immer ein Naturprodukt", verteidigt Funny Frisch-Sprecher Harald Stoffels die neue Bio-Range seiner Firma. Biochips seien daher doch nur eine Art Radikalisierung des Produktes. Verbraucherschützer sehen es etwas anders und auch den Altvorderen der Bio-Brache ist nicht ganz wohl angesichts der Schwemme von Bio-Convenience-Produkten.
Fertigprodukte benötigen nun einmal deutlich mehr Zusatzstoffe als einfache Grundprodukte. Und "Tarnbezeichnungen" dafür wie "Hefeextrakt" machen die Sache da nicht unbedingt besser. Denn der enthalte - so die Verbraucherorganisation Foodwatch - sowohl Glutamat wie auch Geschmacksverstärker. Wenn schon Fertigprodukt, dann wenigstens in bester Qualität, hält Renée Herrnkind für ihren Demeter-Verband dagegen. Und auch Ralf Alsfeld vom größten Anbauverband Bioland argumentiert, dass die Erzeuger und Hersteller nicht die Lebens- und Arbeitswelt korrigieren könnten. Die Entscheidung, wie er sich ernähre, treffe nun einmal der Verbraucher gemäß seiner Lebensform. Und da seien Fertigprodukte nun einmal zunehmend gefragt.
Kritische Geister der einst so fundamental prinzipientreuen Branche sehen diesen Trend dennoch mit gemischten Gefühlen und betrachten die Ernährungsaufklärung weiterhin als Aufgabe. Wenn aber die alten Öko-Werte wie ein möglichst geringer Verarbeitungsgrad, kurze Transportwege, wenig Energieverbrauch bei Herstellung und Lagerung sowie umweltfreundliche Verpackung bei vielen neuen Bio-Käufern nicht mehr so verfangen, tröstet wenigstens eines: Wenn schon das Produkt selbst nicht mehr der Bio-Hit an sich ist und sein Verzehr auch nicht mehr per se gesund, so schont seine Erzeugung in der ökologischen Landwirtschaft doch wenigsten Umwelt und Klima.



