naturkostaktiv.de ist ein Verbund von selbstständigen Naturkostfachgeschäften, Bio-Lieferdiensten und Hofläden biologisch wirtschaftender Bauernhöfe zur Vermarktung von Naturkost und Naturwaren via Internet. Ob Bio-Gemüseabo, eine Ökokiste mit Bio-Brot, Bio-Käse und Bio-Fleisch oder einzelne Bio-Produkte - die Dezentralität und Regionalität ist unser Grundsatz. Wir versenden keine Waren über große Distanzen. Das Geschäft, das sich Ihnen nach Eingabe Ihrer Postleitzahl präsentiert, ist der Fachhändler oder Bio-Bauer "um die Ecke".
Bio-Landbau effektiver in Dritt-Welt-Ländern als chemische Keule
(28.07.2008)
Weltbank stützt dennoch das Agro-Business
Wie die indische Physik-Professorin und Umweltaktivistin Vandana Shiva in Italien während des UN-Lebensmittel-Gipfels in Rom vergangenen Monat betonte , wäre die Förderung des Bio-Anbaus in der dritten Welt und in so genannten Schwellenländern die weitaus bessere Perspektive zur Verbesserung der Welternährung als die Unterstützung von Kleinbauern mit Chemiedünger.
Auf die Zusage der Weltbank, Hilfen in Form von Kunstdünger, Pestiziden und gentechnisch verändertem Saatgut im Wert von 1,2 Mrd. US-Dollar zur Lösung der Lebensmittelkrise in Afrika bereit zu stellen, reagierte Shiva mit grundsätzlicher Kritik: "Die 1,2 Mrd. US-Dollar Zusage der Weltbank, die die Lebensmittelkrise in Afrika lösen soll, ist eine finanzielle Unterstützung der chemischen Industrie. Länder werden von Chemiedünger abhängig gemacht, nachdem deren Preis sich durch steigende Rohölpreise verdreifacht hat. Ich sage den Regierungen: ‚gebt ein Viertel dieses Geldes für Öko-Landbau aus und ihr habt die Probleme gelöst."
Im Gegensatz zur industriellen Landwirtschaft, die einen hohen Energieverbrauch, Boden- und Grundwasserschäden sowie neue Treibhausgase verursache, könne die Bio-Landwirtschaft helfen, die Böden zu erhalten und zu verbessern, Wasser zu speichern und sauber zu halten und die Artenvielfalt zu schützen, so Shiva. Ein Viertel der Treibhausgasemissionen sei von der industriellen Landwirtschaft verursacht.
Entgegen dieser Meinung ist der Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, Jacques Diouf davon überzeugt, dass die ökologische Landwirtschaft die konventionelle Agrarwirtschaft bei der Sicherung der Welternährung nicht so schnell ersetzen kann: "Sie können nicht 6 Milliarden Menschen heute und 9 Milliarden im Jahr 2050 ohne vernünftigen Einsatz von Chemiedünger ernähren", so Diouf.
Shiva dagegen sieht steigende Abhängigkeiten und damit ein Preisdiktat von weltweit agierenden Konzernen nicht nur beim Einsatz von Kunstdünger, sondern auch durch die parallel fortschreitende Patenterteilung auf Pflanzen. Der Zugang zu Saatgut müsse weltweit frei bleiben, forderte Shiva.



