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Kein Ei mit der 3
(04.04.2007)
70 Prozent aller Hühner noch immer in Käfigen
Bei einem aktuellen „Ostereier-Ranking“ fand der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt heraus, dass nur der Naturkosthandel und Bio-Supermärkte zu 100 Prozent Öko-Eier anbieten. Verlierer des Vergleichs ist der Discounter Norma, der in seinem nördlichen Verkaufsgebiet überhaupt keine Öko-Eier verkauft und mit einem Anteil von 85 Prozent Käfig-Eiern besonders viele Eier aus quälerischer Tierhaltung anbietet.
70 Prozent aller Hühner in Deutschland werden noch immer in Käfigen gehalten. Von den Discountern schneidet Aldi-Nord ebenfalls schlecht ab. Der Branchenriese führt keine Öko-Eier.
Käfig-Eier sind zu erkennen an der aufgestempelten „3“. Der Marktanteil von Eiern aus nicht artgerechter Käfighaltung sank zwar 2007 wie im Jahr zuvor erneut um zwei Prozent, beträgt aber immer noch 43 Prozent.
Nur knapp drei Prozent der Legehennen leben in Ökohaltung, obwohl der Marktanteil von Öko-Eiern doppelt so hoch ist. Weil deutsche Landwirte zuwenig Beihilfe zur Umstellung auf den Ökolandbau erhalten, wird die höhere Nachfrage von Ökohöfen aus den Nachbarländern bedient.
Der immer noch sehr hohe Anteil von Käfigeiern erklärt sich unter anderem durch deren versteckte Verarbeitung in Fertiglebensmitteln.
Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: „Jeder von uns verzehrt im Mittel 206 Eier im Jahr. Aber nur bei der Hälfte können Verbraucher an einer 3, 2, 1 oder 0 erkennen, aus welcher Haltung das Ei stammt und so eine Entscheidung für mehr Tierschutz treffen. Etwa die gleiche Menge an Eiern wird in Form von verarbeiteten Lebensmitteln konsumiert, auf denen die Haltungsformen nicht angegeben sind. Das muss sich endlich ändern. 60 Prozent der Verbraucher entscheiden sich für Eier aus tiergerechter Haltung, wenn sie die Haltungsform erkennen können.“
Deshalb fordert der BUND die Kennzeichnungspflicht auch für verarbeitete Produkte: 0 = Ökologisch/ 1 = Freilandhaltung/ 2 = Bodenhaltung/ 3 = Käfighaltung. Denn der Marktanteil von 6 Prozent Ökoeiern bei Frühstückseiern ist im Vergleich zu anderen Ökoprodukten sehr hoch und zeigt, dass es Konsumentinnen und Konsumenten bei der Hühnerhaltung besonders auf artgerechte Haltung und Ökofutter ankommt. Der derzeitige Marktanteil im Mittel aller Ökoprodukte liegt bei gut 3,5 Prozent.
Der BUND kritisiert Landwirtschaftsminister Seehofer. Der Minister hatte 2006 die Käfighaltung von Hühnern gegen den Widerstand der Verbraucher wieder zugelassen. Nun scheue sich der Landwirtschaftsminister eine verpflichtende Kennzeichnung einzuführen für Produkte, in denen die Käfigeier „versteckt“ sind. Seehofer jubele, so der BUND, Verbraucherinnen und Verbrauchern aus Tierschutzsicht „faule Eier“ unter, statt mit einer obligatorischen Kennzeichnung für Transparenz zu sorgen.
Der BUND ruft daher mit einer Postkartenaktion dazu auf, Seehofer zur verpflichtenden Kennzeichnung von Tierschutzstandards bei allen tierischen Produkten zu bewegen. Die entsprechenden Kampagnen-Postkarten bietet der Umweltverband kostenlos an:




