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Die Milchbauern bekommen mehr Geld
(22.10.2007)
Die Knappheit beschwert den Milchbauern endlich kostendeckende Preise
Mehr als 40 Cent pro Liter zahlen bereits einige Bio-Molkereien ihren Bauern. Der Handel gibt diese Aufschläge in Preiserhöhungen an den Verbraucher weiter. Wer sich darüber ärgert, sollte bedenken, dass dieser Mehrertrag tatsächlich an die Bio-Bauern "durchgereicht" wird. Nur ein Landwirt, der kostendeckend produzieren kann, kann auch morgen noch wertvolle Bio-Milch liefern.
Nach Schätzung der ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH, Bonn, bekommen die Milchbauern im Vergleich zum September 2006 durchschnittlich 11,8 Cent oder rund 39 Prozent je Kilogramm Milch mehr.
Die Molkerei Berchtesgadener Land in Südbayern hat zum Beispiel schon im Juli ihren Demeter-Milchpreis um viereinhalb Cent pro Liter auf 42,5 Cent erhöht und zahlt seit September nochmals mehr, nämlich
44,5 Cent/kg für Demeter-Milch. Die Milch der biologisch-dynamisch wirtschaftenden Höfe
steht damit an die Spitze aller Milchpreise. Dafür erhält der Verbraucher aber auch ein Spitzenprodukt, dessen hohe Qualität sich nachweisen lässt.
Die Kühe auf Demeter-Betrieben haben Hörner, das schmerzhafte Enthornen wird nicht praktiziert. Als wichtige lebendige Organe haben die Hörner Einfluß auf den Kräftehaushalt der Tiere und vor allem auf die Verdauungsleistung. So liefern sie ausgewogenen Dünger, der den Boden belebt und fruchtbar hält. Ihr Futter wird selbst erzeugt oder von anderen Demeter-Betrieben dazugekauft. Tiermehle, Zusatzstoffe und vorbeugende Medikamente wie Antibiotika oder Hormone sind tabu.
Für die Demeter-Landwirte sind die Konsequenzen der Milchpreis-Entwicklung Grund zur Freude. Nach Jahren nicht kostendeckender Milcherzeugung stiegen viele Milchbauern aus der Produktion aus, die Milch wurde knapp. Die Bio-Kunden verstehen, dass deutsche Bauern einen fairen Milchlohn brauchen und haben moderate Preiserhöhungen des Handels in den letzten Monaten mitgetragen.
Quellen: ZMP 17.10.2008
und Demeter-Bund



