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20 Jahre AgrarBündnis e.V.
(22.10.2007)
Gemeinsame Perspektive von Umweltschutz und Landwirtschaft
„Bauern und Verbraucher für eine neue Agrarpolitik.“ Unter diesem Motto haben vor 20 Jahren vier Verbände aus Landwirtschaft, Natur- und Um-weltschutz, Entwicklungspolitik und Verbraucherschutz die Aachener Erklärung veröffentlicht. Aus dieser gemeinsamen Aktion von Verbänden mit thematisch unterschiedlicher Ausrichtung ist das AgrarBündnis ent-standen, dem heute 25 Organisationen angehören.
Die Mitgliedsverbände betonen, dass die Notwendigkeit einer neuen Agrarpolitik heute so aktuell wie damals sei, obwohl sich seitdem so manches verbessert habe. Dies gelte vor allem für das Verhältnis von Umweltschutz und Landwirtschaft.
So lobte Bernd Voß von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft auf der Jubiläumstagung die gemeinsame Arbeit im Bündnis: „Das AgrarBündnis steht für eine intensive Auseinandersetzung und Diskussion zwischen bäuerlicher Land-wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Interessensgruppen. Durch diese Bündnisarbeit ist es den beteiligten Bauern und Bäuerinnen gelungen, die Landwirtschaft aus dem gesellschaftlichen Abseits aktiv herauszuholen. Dabei hat sich gezeigt, dass es sehr viel mehr gemeinsame Interessen gibt, als uns von bestimmten Seiten immer eingeredet wurde.“
Hubert Weiger vom BUND würdigte das AgrarBündnis als ersten Zusammenschluss von Naturschutz und Landwirtschaft. Dadurch sei nicht nur viel zum gegenseitigen Verständnis bewirkt worden. Zahlreiche gemeinsame Projekte und Aktionen wurden möglich, vom Projekt "Neu-land" (Fleisch aus tiergerechter und umweltschonender Tierhaltung) über den Aufbau der "Upländer Bauernmolkerei" bis hin zum jährlich erschei-nenden „Kritischen Agrarbericht“.
Als wichtige Themen für die künftige Arbeit des Bündnisses wurden unter anderem die Agrogentechnik, die ständige kritische Begleitung der EU-Agrarpolitik, das Thema Biomasseproduktion, der Tierschutz und die WTO-Verhandlungen genannt.
Bei der Agrogentechnik werden derzeit auf Bundesebene mit der Novellierung des Gentechnikgesetzes zentrale Weichen gestellt. Jetzt werde darüber entschieden, ob in Deutschland der gentechnikfreie Anbau weiterhin möglich bleibe oder nicht. Für Hubert Weiger vom BUND sei es daher notwendig „alle Kräfte zu mobilisieren. So müssen wir über zahlreiche Basisinitiativen die örtlichen Bundestagsabgeordneten dafür gewinnen, sich klar für eine gentechnikfreie Landwirtschaft zu positionieren.“



