naturkostaktiv.de ist ein Verbund von selbstständigen Naturkostfachgeschäften, Bio-Lieferdiensten und Hofläden biologisch wirtschaftender Bauernhöfe zur Vermarktung von Naturkost und Naturwaren via Internet. Ob Bio-Gemüseabo, eine Ökokiste mit Bio-Brot, Bio-Käse und Bio-Fleisch oder einzelne Bio-Produkte - die Dezentralität und Regionalität ist unser Grundsatz. Wir versenden keine Waren über große Distanzen. Das Geschäft, das sich Ihnen nach Eingabe Ihrer Postleitzahl präsentiert, ist der Fachhändler oder Bio-Bauer "um die Ecke".
Strahlenbelastung in Wildpilzen
(24.08.2006)
20 Jahre nach Tschernobyl immer noch ein Unsicherheitsfaktor
Wildpilze sind 20 Jahre nach Tschernobyl auch heute noch für viele ein Unsicherheitsfaktor. In der Tat sind die Folgen des Reaktorunglücks selbst jetzt noch messbar. Doch bei kontrolliertem Pilzgenuss besteht keine Gefährdung für die Gesundheit.
Wie das Institut Fresenius mitteilt, lässt sich in Wildpilzen das radioaktive, sehr langlebige Cäsium 137 immer noch nachweisen. „Wer allerdings umsichtig damit umgeht, braucht auf Pfifferlinge und Steinpilze nicht verzichten. Gerade diese beiden, beliebten Pilzsorten zählen ohnehin nicht zu den hoch belasteten Sorten. Wie stark Waldchampignons & Co. tatsächlich belastet sind, ist abhängig von der Pilzart, aber auch vom Standort“, erklärt Institut Fresenius.
Heftige Regenfälle über Süddeutschland wuschen 1986 die radioaktiven Substanzen aus der Tschernobyl-Wolke aus und brachten diese in die Böden ein. Die Belastung von Wildpilzen ist in Südbayern, Bayrischem Wald und Südwürttemberg auch zwei Jahrzehnte später noch höher als im Norden Deutschlands.
In Obst, Gemüse und Getreide lässt sich Radiocäsium kaum mehr feststellen. Denn Wiesen- und Ackerböden enthalten Tonmineralien, die das radioaktive Cäsium binden und so für die Pflanzen nicht verfügbar machen. Anders dagegen der Waldboden, der Cäsium 137 speichert und über die Wurzeln an die Pflanzen abgibt.
Wichtig zu wissen: Das Speichervermögen von Wildpilzen für Cäsium ist unterschiedlich. Als Cäsiumsammler beispielsweise gelten Semmelstoppelpilz, Maronen- und Birkenröhrling. Steinpilze und Pfifferlinge weisen dagegen wesentlich geringere Werte auf. Nahezu unbelastet sind Parasolpilze und Waldchampignons. Wer daher auf Nummer sicher gehen will, greift zu Wildpilzen mit geringer Speicherkapazität und wählt das Sammelgebiet mit Bedacht aus.
Quintessenz: Werden Pilze in üblicher Verzehrmenge gegessen, besteht kein Risiko für die Gesundheit. Selbst wer eine 200-Gramm-Pilzmahlzeit mit Maronenröhrlingen isst, den erwartet vergleichsweise lediglich eine ähnliche Belastung wie auf einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria, so das Bundesamt für Strahlenschutz.
Die Analyse-Spezialisten von Fresenius empfehlen Pilzliebhabern, die selbst sammeln und Pfifferlinge & Co. in der Saison regelmäßig auf den Tisch bringen, vorsorglich pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 Gramm pro Mahlzeit zu essen. Das bewahrt gleichzeitig vor überhöhter Schwermetallaufnahme durch Wildpilze. Kleinkinder, schwangere Frauen, stillende Mütter sowie Menschen mit geschwächten Immunkräften sollten besser auf Zuchtpilze ausweichen.
Wer Wildpilze im Bioladen kauft, den schützt das Gesetz: Für wild wachsende Pilze, die in EU-Ländern auf den Markt kommen, gilt für die Cäsiumbelastung ein Höchstwert. Er wurde auf 600 Becquerel pro Kilogramm festgelegt. Wildpilze mit einem höheren Cäsiumgehalt dürfen in Deutschland nicht in den Handel gelangen. Diese Bestimmung gilt auch für Importware aus Ostländern. Der Importeur muss ein Nachweiszertifikat über die Unbedenklichkeit der importierten Ware erbringen. Binnen weniger Minuten lässt sich die Radioaktivität von Pilzen heutzutage in computergestützten Anlagen exakt überprüfen. Mengenmäßig und im Labor kontrolliert können Pilzgourmets Pfifferlinge & Co. unbesorgt genießen.
Für passionierte Schwammerlsucher und Genießer haben die Fresenius-Experten noch diese Tipps:
· Wildpilze niemals roh verzehren.
· Pilze verderben aufgrund ihres hohen Wassergehalts und ihrer zarten Struktur rasch. Deshalb Augen auf beim Einkauf und Sammeln. Nur frische, gut riechende Exemplare in den Korb legen. Matschige, verfärbte oder trocken aussehende Pilze links liegen lassen.
· Wichtig: Pilze nicht in Plastikbeuteln transportieren oder aufheben, prinzipiell luftig, locker und im Kühlschrank lagern.
· Pilzgerichte können ohne weiteres aufgewärmt werden, wenn sie vorher zügig abgekühlt und im Kühlschrank bei zwei bis vier Grad aufgehoben werden. Vor dem Servieren nochmals gut erhitzen, auf mindestens 70 Grad.



