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Rollback: Agrarwende rückwärts
(14.11.2006)
Bundeslandwirtschaftsministerium will das Öko-Landbauinstitut schließen
Eben noch ein Vorzeigeprojekt und mit Millionenaufwand etabliert, jetzt angeblich ein Auslaufmodell: Das bundeseigene Öko-Landbau-Institut soll geschleift werden. Konservative Kräfte im Bundeslandwirtschaftsministerium legen Hand an die einst von der grünen Ministerin Künast eingeläutete Agrarwende und Minister Seehofer sieht offenbar duldend zu.
Das im Jahr 2000 von der damaligen Rot-Grünen-Koalition ins Leben gerufene Institut in Trenthorst bei Lübeck sollte Dreh- und Angelpunkt der eben noch postulierten Agrarwende Richtung Bio-Qualität sein. Jetzt sieht ein innerministerielles "Konzept für eine zukunftsfähige Ressortforschung" die ersatzlose Schließung vor. Die beabsichtigte Schließung stehe im eklatanten Widerspruch zu den enormen Umsatzzuwächsen, die die Bio-Branche als Zukunftsbranche ausweise, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog. Felix Prinz zu Löwenstein, Chef des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft wittert "Kräfte am Werk, die zurück zu einer anderen Landwirtschaft wollen".
Die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, zu der das Öko-Institut noch gehört, bemängelt in einem internen Papier, die avisierte Schließung angesichts der "bereits investierten Mittel und der in den letzten Jahren geleisteten Aufbauarbeit".



