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Punktsieg für Bio-Anbauverbände
(26.05.2006)
EU-Kommission unterliegt mit Ihren Vorstellungen einer Neuordnung der EU-Bioverordnung
In einer ersten offiziellen Diskussion der EU-Agrarminister über die Pläne zur Revision der EU-Öko-Verordnung musste die EU-Kommission eine teilweise Niederlage einstecken. Zwar teilte laut Protokoll eine große Mehrheit der Minister das Anliegen, die Verordnung zu vereinfachen und zu harmonisieren. Gleichzeitig beschlossen die Minister aber, dass auch in Zukunft die Einzelheiten der Öko-Verordnung von den Mitgliedsstaaten und nicht von der Kommission erarbeitet werden. Nationale und private Siegel sollen erhalten bleiben. Das nahmen Anbauverbände wie Bioland oder Demeter erleichtert zur Kenntnis.
In dem Entwurf zu einer neuen EU-Bioverordnung hatte die Kommission versucht, allgemeine Aussagen, dass private Standards für ökologische Erzeugung strenger, ökologischer oder höher sind als die in dieser Verordnung festgelegten Vorschriften, künftig zu verbieten.
Bei den Anbauverbänden hat diese Absicht helle Empörung ausgelöst. Denn schließlich stehen diese Wegbereiter des Bio-Anbaus und ihre Verbandszeichen auf den Produkten nach wie vor für strengere Richtlinien und damit für eine bessere Qualität als nur mit dem Öko-Siegel bezeichnete nach EU-Richtlinien hergestellte Ware.
„Mit dem von der Kommission angeregten EU-einheitlichen Biolabel scheinen die meisten Mitgliedstaaten wenig Schwierigkeiten zu haben, solange nationale, regionale oder private Labels daneben bestehen bleiben dürfen.“ und „Wir werden sehr genau aufpassen, dass hier eine vernünftige Lösung herauskommt“, sagte der österreichische Landwirtschaftsminister Josef Pröll.
Das nächste Mal werden sich die Minister erst unter finnischer Präsidentschaft (ab 1. Juli) wieder mit der EU-Öko-Verordnung befassen. Das Thema wird also im Herbst erneut auf der Tagesordnung stehen.



