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Konventionelle Beeren mit Spritzmitteln belastet
(18.07.2006)
Greenpeace: Pestizidbelastung von Bio-Ware gleich Null
Mit Kirschen, Stachelbeeren, Johannisbeeren geht oft gleichzeitig ein Giftkocktail über die Ladentheke. Das beliebte Sommerobst ist oft hochbelastet, wie ein Lebensmitteltest von Greenpeace jetzt ergab. Danach sind rund 30 Prozent der untersuchten Beeren und 15 Prozent der Kirschen aus konventionellem Anbau als mangelhaft und nicht empfehlenswert eingestuft worden. Deutlich mehr als im Jahr 2005. Bio-Obst dagegen ist so gut wie schadstofffrei.
Anfang Juli kauften Greenpeace-Mitarbeiter in deutschen Großstädten, darunter Berlin, Hamburg und Hannover 45 Proben von Kirschen und Strauchbeeren ein. Das Obst wurde bei Aldi, Edeka, Lidl, Metro/Real, REWE/Minimal, Edeka, Tengelmann/Plus und drei Bio-Märkten angeboten. Greenpeace beauftragte anschließend ein anerkanntes Speziallabor damit, die Früchte auf Rückstände von 350 Pestiziden zu untersuchen.
Ergebnis: Vor allem Strauchbeeren sind besonders hoch mit Pestiziden belastet. Waren es im vergangenen Sommer noch 71 Prozent der Proben, finden sich nun in rund 85 Prozent der untersuchten Früchte die Rückstände von Spritzmitteln wieder, bis zu 1,7 Milligramm in einem Kilogramm. Eine weitere Bilanz der Untersuchung zeigt: in 5 Prozent der Kirschen, in 17 Prozent der Stachel- und in 28 Prozent der Johannisbeeren übersteigt die Belastung gar die zulässigen Höchstwerte.
Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter kritisiert das Ergebnis: "In diesem Jahr fanden wir bei Johannisbeeren drei Mal mehr Grenzwertüberschreitungen als noch 2005. Die Pestizid-Rückstände können gesundheitsgefährdend sein. Im Schnitt steckten in jeder Probe drei Pestizide gleichzeitig, das sind bedenkliche Giftcocktails."
Mehr illegale Spritzmittel in Deutschland
Doch damit nicht genug. Neben der höheren Belastung nutzen deutsche Obstbauern zunehmend unerlaubte Spritzmittel. So liessen sich in fünf von insgesamt 19 Beerenproben Pestizide nachweisen, die in Deutschland nicht für diese Zwecke zugelassen sind.
Bio-Obst unbelastet
Die Pestizidbelastung der in den Bio-Märkten angebotenen Kirschen, Johannis- und Stachelbeeren war in dem Greenpeace-Test gleich Null - und damit auch der Schaden für die menschliche Gesundheit. Die 23 nachgewiesenen Pestizide der angebotenen Ware von Aldi, Edeka, Metro, REWE und Tengelmann haben jedoch eine andere Wirkung: sie sind krebserregend, giftig für die Nerven und können den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen oder aber die Fortpflanzung beeinträchtigen.



