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Heimliche Planung für Dauerstallpflicht

(14.07.2006)

Agrarausschuss des Bundesrates bereitet generelle Stallpflicht für Geflügel vor

Ohne Beteiligung der Öffentlichkeit wird derzeit vom Agrarausschuss des Bundesrates eine generelle Stallpflicht für Geflügel vorbereitet, heißt es in einer Pressemeldung der Erzeugergemeinschaft CW Öko-Ei. Die Aufstallungsverordnung vom 9. Mai 2006 solle „entfristet“ werden.

Das heißt, wenn der Bundesrat zustimmt, muss Geflügel für unbestimmte Zeit im Stall gehalten werden. Walter Höhne, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft mit ihren 22 ökologisch arbeitenden Legehennenbetrieben, sieht die Existenz von ökologisch arbeitenden Geflügelbauern und allen Freilandzüchtern bedroht. „Viele unserer Bauern haben sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen zu dieser Hennenhaltung entschlossen, sondern aus Gründen des Tierschutzes. Unser größtes Anliegen ist es, Nutztieren trotz aller Wirtschaftlichkeit ein artgerechtes Leben zu bieten, und dazu gehört nun mal bei Legehennen der Auslauf ins Freiland.“

Da die Vogelgrippe aus den Medien fast gänzlich verschwunden ist, ist es der Öffentlichkeit nicht bewusst geworden, dass noch immer einiges an Geflügel „in Haft“ ist. Die seit Mai geltenden Ausnahmeregelungen für die Freilandhaltung haben nämlich in der Nähe großer Seen und Feuchtge­biete sowie in Regionen mit viel Geflügel keine Gültigkeit. Nun hat der Bundesrat beschlossen, dass vorerst bis Ende Februar 2007 an dieser Verordnung festgehalten wird. Das bedeutet das Aus der Freilandhaltung in vielen Regionen Deutschlands. Das bestätigt auch die Aussage, dass die Länder dafür plädieren, in Gebieten mit höherem Vogelgrippe-Risiko die Freilandhaltung später nur noch unter Einhaltung besonderer Maß­nahmen zu erlauben.

Besondere Maßnahmen sind mit besonderen Aufwendungen verbunden und die wiederum mit besonderen Kosten, die in der heutigen, von Aldi und Lidl diktierten, Preiswelt vom Erzeuger nicht mehr auf das Produkt aufgeschlagen werden können. Da in artgerechter Tierhaltung die Kalkulation in den meisten Fällen schon jetzt „auf Kante genäht“ ist, bleibt kein Spielraum. Von welcher Seite man die Medaille auch besieht, es ist und bleibt eine Existenz vernichtende Regelung für die traditionelle Landwirtschaft.

„Besser wäre es für Tier und Mensch, wenn Politik und Wirtschaft den Hebel bei den Hauptursachen der Vogelgrippe ansetzten, nämlich der globalisierten Lebensmittelproduktion und der Massentierhaltung“, so Walter Höhne von der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei.

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