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Bio-Branche spricht mit Seehofer
(24.04.2006)
Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft sieht Ansatzpunkte für konstruktiven Dialog
Zufrieden mit einem Gespräch am Dienstag, den 12.04.2006, mit Bundesminister Seehofer und Fachleuten seines Ministeriums in Berlin zeigte sich der Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Themen waren die Marktsituation für Bio-Lebensmittel, die Agrar-Umwelt-Politik, die Förderung der Umstellung auf Ökologischen Landbau, die Agro-Gentechnik sowie die Revision der europäischen Ökolandbau-Verordnung.
Minister Seehofer versicherte, die künftige Verwendung von Steuergeldern für die Landwirtschaft müsse auf einer gesellschaftspolitischen Entscheidung über die Ausrichtung der Landwirtschaft und über die Zukunft der ländlichen Räume fußen. Für den BÖLW wies Thomas Dosch (Bioland) auf die Leistungen des Ökolandbaus für eine Vielzahl gesellschaftspolitischer Ziele hin und betonte, dass eine gerechte Honorierung dieser Leistungen unumgänglich sei. Andernfalls würde die regionale Erzeugung von Bioprodukten in Deutschland zusammenbrechen. Dr. Götz Rehn (Verband der Bio-Supermärkte) verwies auf die zunehmenden Schwierigkeiten der Lebensmittelwirtschaft, Öko-Rohstoffe aus Deutschland in ausreichenden Mengen zu bekommen, da aufgrund unklarer politischer Rahmenbedingungen viel zu wenige Landwirte auf Biolandbau umstellen.
Wolfgang Gutberlet (Assoziation Ökologischer Lebensmittelhersteller) trug die Sorgen der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft über die Auswirkungen der Agro-Gentechnik – insbesondere aus Sicht der Verarbeiter und Händler – vor. Er begrüßte die Absicht des Ministers, Regelungen hierzu nur im Dialog mit allen Betroffenen zu treffen und sicherstellen zu wollen, dass Landwirte wie Verbraucher auch künftig gentechnikfreie Produkte anbauen und essen können. Andreas Ritter-Ratjen (Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel) wies den Minister darauf hin, dass schon heute erhebliche Kosten der Qualitätssicherung entstünden, um gentechnische Verunreinigungen von Öko-Lebensmitteln auszuschließen. Deshalb, so Joachim Bauck (Demeter), müsse erreicht werden, dass diese Kosten auch von den Verursachern getragen werden und nicht die Bio-Lebensmittel verteuern. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (Naturland) hob die gute Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Zusammenhang mit den Plänen der Europäischen Kommission hervor, die EU-Öko-Verordnung zu revidieren. Er bat den Minister, sich im Europäischen Ministerrat für eine sorgfältige Abstimmung ohne unnötigen Zeitdruck einzusetzen. BÖLW Geschäftsführer Dr. Alexander Gerber bezeichnete dies als Voraussetzung, um die Expertise der Wirtschaftsakteure in diese für die gesamte Branche zentrale Rechtsetzung einzubinden.



