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Agrasubventionen mehr für die Industrie als für die Bauern
(15.03.2006)
Die größten Profiteure sind Lebensmittelkonzerne
Am meisten EU-Agrarsubentionen bekommen mitnichten die Bauern in Deutschland. Viel mehr sacken internationale Lebensmittelkonzerne wie Nestlé ein.
Während andere EU-Länder die Subventionsstatistik freimütig veröffentlichen und dabei Großbriannien sogar enthüllt, dass die superreiche Queen und Prinz Charles zu den Subventions-Profiteuren gehören, behandelt die Bundesregierung diese Statistk mit der Begründung "Datenschutz" als geheime Verschlusssache. Aus gutem Grund:
Sieht man sich nämlich die Statistik an, die von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 15.03.06 dankenswerter Weise aus einem internen Papier der Bundesregierung ins Licht der Öffentlichkeit gestellt wurde, dann kann einem schon einmal als EU-Steuerbürger der Kragen platzen.
Während 97 Prozent der EU-Landwirte weniger als 30.000 Euro im Jahr aus Brüssel erhalten. Dagegen hat der Nahrungsmittelkonzern Nestlé, dessen Kassen auch so prall gefüllt sind, zum Beispiel allein in Großbritannien im Jahr 2003/2004 18 Millionen Euro erhalten.
Eine Inititative von mehreren Umweltverbänden und Hilfsorganisationen, vom WWF bis zu Oxfam hat jetzt die Bundesregierung zu mehr Transparenz gemahnt. Dazu sagt der Grüne EU-Abgeordnete und Agrarfachmann Wilhelm Graefe zu Baringdorf, die Regierung solle zumindest die Direktzahlungen an die 100 größten Empfänger anonymisiert offenlegen. Wenn die Staats- und Regierungschefs der EU über eine weitere Reform der Agrarpolitik diskutierten, müsse klar sein, worüber man rede. Es sei lange Zeit der Öffentlichkeit suggeriert worden, die Subventionen würden vor allem den kleinen Landwirten helfen, sagt Graefe zu Baringdorf. Tatsächlich aber würden hauptsächlich die verarbeitende Großindustrie und industriell wirtschaftende Großlandwirtschaftsbetriebe gefördert.



