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Stiftung Warentest kritisiert Bio-Margarinen
(29.01.2008)
Abwertung wegen Fettsäurespektrum
Die Stiftung Warentest veröffentlicht in ihrem Januar-Heft einen Margarinetest. Unter den 27 getesteten Marken waren 3 Bio-Produkte, die allesamt nur mit "befriedigend" oder "ausreichend" bewertet wurden.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt: Die tägliche Nahrungsenergie sollte höchstens zu 30 Prozent aus Fetten stammen. Ideal ist es, wenn davon ein Drittel aus gesättigten Fettsäuren besteht, maximal ein Drittel aus mehrfach ungesättigten und der Rest aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Für Margarine mit rund 80 Prozent Fett bedeutet das: Im Produkt sollten nicht mehr als etwa 27 Prozent gesättigte Fettsäuren sein. Bei Halbfettmargarinen liegt das Limit halb so hoch -so die aus der DGE-Empfehlung abgeleitete Richtschnur der Warentester. Gleichzeitig sollte Margarine jedoch möglichst wenig krebserregende Transfettsäuren enthalten. Diese entstehen durch die Fetthärtung. Diese ist nötig um die Zutaten von Margarine, nämlich flüssige Pflanzenöle, zu verfestigen.
Bio-Margarine-Hersteller vermeiden daher die Fetthärtung und setzen statt dessen fest Fette wie zum Beispiel Kokosfett hinzu. Das hat den Vorteil, dass das Produkt natürlich bleibt und schließt das Risiko von Transfettsäuren aus. Es hat jedoch den Nachteil, dass das Fettsäurespektrum einen höheren Anteil an gesättigten Fettsäuren aus diesen festen Fetten aufweist.
Das kritisierten nun die Warentester und werteten die Bio-Margarinen ab. Auch beim Geschmackstest fielen die Bio-Margarinen durch.
Angesichts der Tatsache, dass eine vollwertige gesunde Ernährung vor allem durch eine möglichst natürlich Mischkost erreicht wird und nicht durch den selektiven Verzehr besonders angereicherter und damit meist hoch verarbeiteter Spezialprodukte, stellt sich die Frage, nach der Berechtigung der Testvorgaben. Eine Umsetzung der DGE-Empfehlungen in jedem verzehrten Lebensmittel erscheint nicht unbedingt sinnvoll. So können mehrfach ungesättigte Fettsäuren durchaus mit anderen Lebensmitteln zugeführt werden, als nur mit Margarine.
Die Firma Rapunzel empfiehlt denn auch, z.B. den Speiseplan mit besonders Omega-3- und Omega-6-Fettsäure-haltigen Hanf- oder Leinölen zu ergänzen.
Beim Geschmackstest zeigt sich erneut, dass der durch den typischen Geschmack weit verbreiteter populärer Markenprodukte aus konventioneller Herstellung normierte Gewohnheitsgeschmack von Testern und Verbrauchern den ungewohnten Geschmack eines weit gehend naturbelassenen Produktes nicht zu schätzen weiß.
Der Verbraucher ist sicherlich mündig genug, selbst zu entscheiden, was er bevorzugt: Ein weit gehend natürliches Produkt ohne das Risiko von Transfettsäuren oder ein gehärtetes "Chemie"-Produkt.



