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Verbraucherzentralen fordern Kennzeichnung "vom gentechnikfrei gefütterten Tier"
(13.11.2007)
Gesetzesinitiative gegen den Trend zu gentechnisch manipulierten Futtermitteln
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, die Kennzeichnung von gentechnikfreien Lebensmitteln zu verbessern. Insbesondere sollte, so die Verbraucherschützer, erkennbar sein, ob Produkte, die selbst nicht gentechnisch verändert wurden, von Tieren stammen, die mit gentechnisch verändertem Futtermittel gefüttert wurden.
Bei der Gentechnikkennzeichnung für Lebensmittel greifen europäische und nationale Regelungen ineinander. Die EU regelt in einer Verordnung (Nr. 1829/2003), unter welchen Voraussetzungen ein Lebensmittel als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden muss. Auf nationaler Ebene hingegen wurden strenge Bedingungen dafür festgeschrieben, ein Lebensmittel als "ohne Gentechnik" zu kennzeichnen. "Diese Regelung soll unverändert bestehen bleiben", erklärte Gerd Billen, Vorstand des vzbv. Sie habe aber in der Vergangenheit dazu geführt, dass eine Kennzeichnung von Futtermitteln als "gentechnikfrei" nahezu unmöglich war.
Der vzbv fordert daher eine Regelung, die honoriert, dass auf den Einsatz von Gentechnik beim Tierfutter verzichtet wurde. Dazu sei ein Kennzeichen "vom gentechnikfrei gefütterten Tier" einzuführen, wenn
* das Lebensmittel liefernde Tier selbst nicht gentechnisch verändert ist und
* sichergestellt wird, dass das Futter, mit dem die Tiere gefüttert wurden, nicht nach der EU-Verordnung kennzeichnungspflichtig ist.
"Wir erwarten von einer solchen Regelung, dass Verbraucher ihre Nachfrage nach Lebensmitteln von Tieren, die mit gentechnikfreiem Futter gefüttert wurden, besser durchsetzen können", erklärte Billen. Derzeit sei zu beobachten, dass gentechnisch verändertes Futter auf dem Vormarsch sei. Es müsse daher kenntlich gemacht werden, dass tierische Grundnahrungsmittel wie Milch, Butter, Käse oder Fleisch ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel erzeugt worden seien. Tierhalter erhielten mit einer praktikablen Kennzeichnung Anreize, gentechnikfreies Futter einzusetzen und Futtermittelerzeuger würden veranlasst, solche Futtermittel auch anzubieten. "Handel und Industrie sind nun gefordert, dafür zu sorgen, dass es ein breites Angebot an tierischen Lebensmitteln gibt, die von gentechnikfrei gefütterten Tieren stammen. Erforderlich ist das vor allem bei Importprodukten", erklärte Billen.



