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Kunden können Bio im Naturkosthandel vertrauen

(02.08.2007)

Bundesverband Naturkost Naturwaren sorgt für Sicherheit

Auf Grund von Untersuchungsergebnissen aus Baden-Württemberg wurde von zahlreichen Medien in den letzten Tagen wieder das Gespenst des "Bio-Betrugs" ins pressetechnische Sommerloch gesetzt. Wahr ist: Italienische und holländische Bioware wies zu einem Teil Pestizidverunreinigungen auf, die jedoch immer noch unbedeutend gegenüber den Testergebnissen konventioneller Ware bleiben. Alle anderen untersuchten Bio-Produkte erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen.

Die Testergebnisse werden bestätigt vom sogenannten Monitoring für Obst und Gemüse im Naturkosthandel, ein Beobachtungsverfahren des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren Hersteller und Großhandel. Auch dort werden in italienischer Bioware etwas mehr Rückstände beanstandet als bei Produkten aus Deutschland. Dabei konnte im Verlauf der Jahre jedoch eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung festgestellt werden. Außerdem zeigt die Erfahrung aus dem BNN-Monitoring, dass der Nachweis von Pestizidverunreinigungen allein nicht die Aussage rechtfertigt, es handele sich nicht um ein Bioprodukt oder gar um Betrug.

„Der Nachweis von Pestizidverunreinigungen allein rechtfertigt aber nicht die Aussage, es handele sich nicht um ein Bioprodukt“, erläutert Kirsten Arp, die das BNN-Monitoring für Obst und Gemüse im Naturkosthandel koordiniert. Bio werde definiert durch besondere Verfahren der landwirtschaftlichen Produktion, die in der EU-Öko-Verordnung festgelegt sind, nicht aber durch Rückstandsfreiheit. Diese sei erwünscht, trotz strenger Kontrollen aber nicht immer zu erreichen. „Bio wird nicht unter einer Glasglocke produziert, sondern in einer Umwelt mit vielfältigen Belastungen“, so Arp.

Auch beim BNN-Monitoring für Obst und Gemüse, das seit vier Jahren als Qualitätssicherungsmaßnahme im Naturkosthandel läuft, werden in italienischer Bioware mehr Rückstände beanstandet als bei Produkten aus Deutschland. Von 2003 bis 2006 waren in 2,8 Prozent der deutschen und in 7,2 Prozent der italienischen Proben Verunreinigungen zu finden. Dabei kann im Verlauf der Jahre jedoch eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung festgestellt werden. 2006 lag der Anteil der beanstandeten italienischen Frischware nur noch bei 5,6 Prozent, bei deutscher Ware gab es keinen einzigen Fall mehr.

Alle Analyse-Ergebnisse aus dem BNN-Monitoring werden in einer Datenbank hinterlegt, was eine schnelle Bewertung der Bio-Erzeuger ermöglicht. Auffällige Lieferanten sind schnell erkannt und können aus dem Markt ausgeschlossen werden. Weitere Qualitätsverbesserungen bei italienischer Bioware wären aus Sicht des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel möglich, wenn die Behörden und Öko-Kontrollstellen in Italien Rückstandsfunde künftig konsequenter als bisher untersuchen und aufklären würden.

Grundsätzlich dürfen bei Pestizidfunden nicht vorschnell betrügerische Absichten unterstellt werden. Denn die bisherigen Erfahrungen aus dem BNN-Monitoring zeigen, dass häufiger Belastungen von benachbarten konventionellen Äckern, Altlasten im Boden, Kontaminationen bei Transport, Lagerung oder in Abpackstationen die Ursache für Verunreinigungen sind.

Hintergrund: Die Naturkostbranche hat das BNN-Monitoring für Obst und Gemüse 2003 als freiwillige zusätzliche Qualitätssicherungsmaßnahme im Naturkosthandel eingeführt, um durch risikoorientierte Probenziehungen Prozessfehler und Betrugsversuche aufzuspüren und Betrüger vom Markt fernzuhalten. Derzeit beteiligen sich 29 Naturkostgroßhändler, Importeure und Exporteure (siehe

www.bnn-monitoring.de

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