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Demeter will Vorfahrt für Bio-Landbau
(28.08.2007)
Fördergelder für Umstellbetriebe erhöhen
Bundesweit kommt die Bio-Erzeugung der Nachfrage nicht hinterher, so dass vielfach auf Importe zurückgegriffen werden muss. In einigen Bundesländern wie NRW, Sachsen Anhalt und Hamburg sind die Zahlen der ökologisch bewirtschafteten Flächen und Betriebe trotz Bio-Boom sogar rückläufig. Die Geschäftsführer der Demeter-Landesarbeitsgemeinschaften sind sich einig: „Die Förderung des Ökolandbaus im Rahmen der Agrarumweltprogramme der Länder ist im Vergleich zu den Vorjahren zu rasant gekürzt worden."
Der Ausgleich für die Ertragseinbußen insbesondere in den ersten Jahren der Umstellungszeit seien, so Demeter, zur Zeit auf zu geringem Niveau. Die Vertreter der Bio-Dynamischen Wirtschaftsweise fordern deshalb, attraktive Anreize für die Umstellung auf Ökolandbau zu schaffen.Die Politik sei hier in der Pflicht.
Bio-Bauern bekämen pro Hektar Fläche nicht mehr Förderung als geschickt kombinierende konventionelle Betriebe, obwohl der ökologische Landbau unbestritten viele Zusatzleistungen für die Gesellschaft erbringe und selbst zum Klimaschutz beitrage. Die Priorisierung des Ökolandbaus im Rahmen der
Förderprogramme sei entgegen vieler Lippenbekenntnisse ausgeblieben. „Die
Zurückhaltung der konventionellen Landwirte ist deshalb verständlich. Ihnen fehlt Planungssicherheit,“ erläutert Johannes Ell-Schnurr, der Geschäftsführer von Demeter in Baden-Württemberg.
Das häufiger zu hörende Argument, die strengen Kriterien der Ökoverbände wie Demeter seien Schuld daran, dass so wenig Betriebe umstellten, werde der Sache nicht gerecht, Ell-Schnurr. Im Gegenteil eröffne die Erzeugung in anspruchsvoller Verbandsqualität langfristig sichere Marktchancen, die aber nur genutzt werden könnten, wenn umstellungswillige Landwirte genügend Hilfen bekämen. In allen Bundesländern komme es nun darauf an, Farbe zu bekennen und ausreichend Mittel für die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft und die Beibehaltung dieser Wirtschaftsweise zur Verfügung zu stellen. Wichtig sei außerdem die gezielte Förderung zum Beispiel für Stallneu- und umbauten. „Sonst verpasst Deutschland eine wichtige Chance im internationalen Wettbewerb,“ kritisiert der Demeter-Verband, der vor allem für bio-dynamisch erzeugte Milch und für Demeter-Getreide gute Marktchancen sieht.



