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Bio-Joghurts haben die besseren Fettsäuren
(19.01.2007)
Bio-Kühe produzieren mehr Omega-3-Fettsäuren in der Milch
Milch ist eben nicht gleich Milch und Joghurt daher eben auch nicht gleich Joghurt. Wie Greenpeace in einer Studie feststellt, steigt die Milchqualität deutlich mit dem Anteil des Weidegangs bei der Fütterung. Bio-Kühe, die gemäß den Vorschriften des ökologischen Landbaus mehr auf der Weide stehen und mehr Raufutter (Silage) als Kraftfutter erhalten, geben bessere Milch als die konventionell gehaltenen Artgenossinnen.
Was wie eine Binsenweißheit klingt, ist jetzt auch durch eine von Greenpeace geförderte Studie wissenschaftlich belegt worden: Die Kuh, die glücklich auf der Weide steht, hat nicht nur ein besseres Leben, sie gibt auch eine bessere Milch. Entscheidend ist bei der Qualität der Milch nämlich, was die Kuh frisst. Eine Kuh, die mit Gras, Heu und Silage gefüttert wurde, produziert eine Milch, die mehr gesunde Fettsäuren enthält, als eine, die mit Mais und viel Kraftfutter gefüttert wurde.
Deutschland ist innerhalb der europäischen Union das größte Milcherzeugerland. Insgesamt werden jährlich rund 28 Milliarden Liter Milch erzeugt, die zum einem großen Anteil im Inland verarbeitet und auch verzehrt werden.
Die Deutschen trinken pro Kopf 66 Liter Milch, sie löffeln im Durchschnitt 17 kg Joghurt und verbrauchen 6,4 kg Butter, 9 kg Sahne sowie 22 kg Käse jährlich. Für ein Kilo Hartkäse braucht man wiederum 10 Liter Milch. Bei solchen Mengen lohnt es sich doch, einmal genau hinzuschauen und qualitätsbewusst einzukaufen!
Gefüttert wird die Hochleistungskuh von heute, die meist ganzjährig im Stall steht, statt mit Gras oder Heu viel mehr mit Mais, der mit massivem Einsatz von Düngern und Pestiziden erzeugt wurde. Daher werden in Maisregionen auch immer wieder hohe Nitratwerte und auch Pestizidrückstände im Grundwasser gemessen, Seen sind in Maisregionen häufig überdüngt.
Zu viel Kraftfutter ist für die Tiere eine enorme physiologische Belastung und führt nicht selten zu Krankheiten wie Pansenacidose, Calciumparese, Euterentzündungen oder Klauengeschwüren.
Gleichzeitig ist diese Haltungsform ein ökologisches Problem: Denn bei uns gehen durch die Verfütterung von Mais wichtige Lebensräume wie Wiesen und Weiden zurück. Gab es früher noch großflächig verschiedenste Salzwiesen, von Kühen geweidete Magerrasen, pflanzen- und tierreiche Niedermoorstandorte oder durch die unterschiedlichen Mähzeiten und Mähtechniken ausdifferenzierte Grasländer, dominiert heute die Stallhaltung. Die regionale Artenvielfalt wird durch den Rückgang der Grünlandnutzung dezimiert.
Bio-Milchprodukte gesünder
Wie die Universität Kassel in einer von Greenpeace geförderten Studie analytisch nachweisen konnte, führt Grünfutter zu einem Anstieg des Gehalts an einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Milch zu Lasten gesättigter Fettsäuren. Das verbessert nicht nur die Streichfähigkeit der daraus gewonnenen Butter, es ist auch ernährungsphysiologisch bedeutend. Vor allem der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und an Conjugierten Linolsäuren (CLAs) ist beim Verzicht auf Maisfutter und bei Verwendung von Grünfutter deutlich erhöht.3 Auch das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren wurde durch gezielte Weidehaltung und Grünlandfutter günstig beeinflusst.
In einer Nachfolgestudie im Herbst 2006 wurden jetzt 21 bekannte Joghurt- und 12 Butterprodukte ebenfalls auf ihre Omega 3-Gehalte getestet. Auch hier schnitten die Bioprodukte deutlich besser ab als fast alle konventionellen Produkte. Die Bio-Produkte wiesen im Schnitt mehr als doppelt so hohe Omega-3-Gehalte auf.
Daraus ziehen die Greenpeace-Experten den eindeutigen Schluss:
"Es ist festzustellen, dass ökologisch erzeugte Milch höhere Omega-3-Gehalte, sowie geringere Maisanteile aufweist als Milch aus konventioneller Erzeugung. Aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen ist diese Milch eindeutig einer konventionellen Milch vorzuziehen. "
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen den gesundheitlichen Nutzen von Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken blutdrucksenkend und gefäßschützend bei Arteriosklerose, entzündungshemmend bei rheumatischen Erkrankungen, können Allergien bessern und scheinen sogar eine schützende Wirkung bei verschiedenen Krebsarten zu haben. Daher schlagen die meisten kardiologischen Gesellschaften Herzpatienten die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren vor. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung zum Beispiel empfiehlt die Aufnahme von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in einem Verhältnis von maximal 1:5. Produkte mit einem verhältnismäßig hohen Omega-3-Fettgehalt sollten bevorzugt verzehrt werden.
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