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Aromatherapie: Heilung über Haut und Nase
(06.12.2007)
Wohlfühlen und heilen mit natürlichen Aroma-Duftölen
Mit ätherischen Ölen lassen sich zahlreiche Beschwerden wirksam und ohne Nebenwirkungen behandeln. Auch unsere Psyche profitiert von den Düften.
Ob der Duft nach frischen Weihnachtsplätzchen, ein bestimmtes Parfum oder Großmutters frisch gebackener Weihnachtsstollen: Angenehme Gerüche sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Sie schaffen eine Wohlfühlatmosphäre und können sogar therapeutisch angewendet werden.
Duftmoleküle gelangen als elektrische Reize über unsere Nasenschleimhaut und dem Riechnerv (Olfaktorius) ins Gehirn. Dort aktivieren sie auch benachbarte Hirnzentren wie das Limbische System, welches Erinnerungen und Gefühle steuert. Gerüche haben über das vegetative Nervensystem zudem Einfluss auf das Hormon- und Immunsystem. Ätherische Öle dringen leicht durch Zellmembranen, gelangen so schnell in den Blutkreislauf und sind z. B. nach einem Bad noch Stunden später in der Atemluft nachweisbar. Das hat jeder schon einmal erlebt, der nach einem Erkältungsbad mit Eukalyptus oder Menthol wieder so richtig frei durchatmen konnte.
Wichtig: Natürliche Qualität durch schonende Herstellung
Leider ist nicht alles natürlich, was da an Düften in unsere Nase und Haut gelangt. So sind synthetische Düfte heutzutage von reinen ätherischen Ölen kaum noch zu unterscheiden. Doch auch wenn die chemische Zusammensetzung identisch ist: Der chemische Aufbau ist unterschiedlich. „Außerdem können bei der Produktion von synthetischen Ölen schädliche Verunreinigungen entstehen“, gibt Simone Herwanger vom Hersteller Primavera Life zu bedenken. Für qualitativ hochwertige ätherische Öle werden daher Pflanzen aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildwuchs bevorzugt. Die Produktion erfolgt durch Wasserdampf-Destillation oder durch Kaltpressung. „Eine schonende Herstellung ist der beste Garant, dass möglichst viele der wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben,“ so Simone Herwanger. Wie wichtig dies ist, zeigt auch das Beispiel Rosenöl: In dem wertvollen (und leider sehr teuren) Öl sind alleine 400 chemische Verbindungen enthalten.
Eigenständiger Bereich der Pflanzenheilkunde
Die Aromatherapie wird zwar häufig in die Wellness- oder Esoterikecke verbannt, ist jedoch ein eigenständiger Bereich der Phytotherapie. Während in der Pflanzenheilkunde die gesamte „Droge“ mit all ihren Wirkstoffen zum Einsatz kommt, sind es bei der Aromatherapie die ätherischen Öle aus Blüten, Hölzern oder Früchten. Im Gegensatz zu den so genannten fetten Ölen sind ätherische Öle „flüchtig“. Das ist auch daran erkennbar, dass die keinen Fettfleck hinterlassen. Für die praktische Anwendung werden ätherische Öle daher mit so genannten fetten Trägerölen vermischt.
Der Begriff Aromatherapie ist nicht geschützt, wird aber im ursprünglichen Sinne nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt. Die Aromapraxis dient der Vorsorge und Gesundheitspflege, etwa in Form von stressabbauenden Massagen. Dagegen werden ätherische Öle bei der Aromatherapie gezielt zu Heilzwecken eingesetzt und dürfen auch als Medikament (z. B. bei Erkrankungen der oberen Atemwege) verordnet werden.
Von der Wundheilung bis zum Antibiotika-Ersatz
Ätherische Öle haben ein weites Wirkspektrum, das von Erkältungsbeschwerden, Magen-Darm-Problemen, Schlafstörungen und Hautproblemen bis hin zu Kopfschmerzen reicht. Besonders hervorzuheben sind die antimikrobiellen Eigenschaften. Aus diesem Grund kommen ätherische Öle immer häufiger auch im Krankenhausbereich zum Einsatz, um z. B. die Heilung von Verbrennungen oder schlecht heilenden Wunden zu verbessern. In der Klinik München-Neuperlach gelten ätherische Öle inzwischen sogar offiziell als ergänzende (adjuvante) Therapie bei Krebspatienten mit Immunschwäche. Was viele nicht wissen: Bestimmte ätherische Öle können auch Antibiotika ergänzen oder ersetzen. Im Gegensatz zu Antibiotika entstehen keine Resis-tenzen, da selbst gleiche Öle in ihrer Zusammensetzung immer etwas unterschiedlich sind.
Neben den weitgehend fehlenden Nebenwirkungen haben ätherische Öle einen weiteren Vorteil: „Ätherische Öle lindern nicht nur körperliche Symptome, sondern wirken auch positiv auf unsere Psyche“, so die Münchner Heilpraktikerin und Aroma-Expertin Monika Werner. Wer nicht weiß, welche der zahlreichen ätherischen Öle er kaufen soll, macht einfach den Schnupper-Test. „Der Duft, von dem man sich spontan angesprochen fühlt, tut auch unserer Seele gut“, so Monika Werner.
Wichtige Tipps zu Kauf und Anwendung:
- Diese Angaben sind wichtig: 100 % reines ätherisches Öl, botanische Bezeichnung der Herkunftspflanze, Ursprungsland, Pflanzenteil, aus dem das Öl gewonnen wurde, Füllmenge (ml oder g), Anbauart und Gewinnungsverfahren. Auch der Preis liefert Hinweise auf die Qualität.
- Ätherische Öle sind hoch-konzentrierte Stoffe und sollten nur verdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Ausnahme sind Teebaum- und Lavendelöl. Halten Sie sich genau an die Dosierungsanleitung.
- Für Massagen oder Einreibungen sollten ätherische Öle mit einem Trägeröl (z. B. Jojoba, Sesam oder Mandel) vermischt werden. Für ein Bad Duftessenzen in etwas Sahne oder Öl lösen.
- Teebaum-, Nelken-, Thymian-, Oregano-, Kamille-, Lorbeer-, Niaouli- oder auch Citrus- und Nadelöle können bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen oder Hautreizungen führen. Daher Verträglichkeit vorher am besten an der Innenseite des Unterarms testen.
Zum ausführlichen Nachlesen:
Literatur: Monika Werner, Ruth von Braunschweig: Praxis Aromatherapie: Grundlagen, Steckbriefe, Indikationen, Haug Verlag, Stuttgart, 2006, 322 S., ISBN: 978-3-8304-7189-9, EUR 39,95
Ein paar Tipps zum Kurieren leichter Erkrankungen
Schnelle Hilfe bei Erkältungen:
Die Heilpraktikerin und Aromatherapeutin Monika Werner empfiehlt bei Erkältungsbeschwerden folgende ätherische Öle:
Bei Schnupfen:
Macht die Nase wieder frei: 1 Tropfen Pfefferminze auf den Handrücken geben und mit der Zunge aufnehmen. Für die Nacht 1 bis 2 Tropfen Pfefferminze, Lavendel oder Cajeput auf das Kopfkissen träufeln. Wichtig: Bei Kindern unter sechs Jahren keine Pfefferminze verwenden.
Bei Husten:
1 Tropfen Thymian, 7 Tropfen Cajeput und 5 Tropfen Myrte in 30 ml Mandelöl geben. Diese Mischung (wenige Tropfen) mehrmals täglich im Brustbereich einmassieren.
Bei Aphthen und Herpes: Herpesbläschen lassen sich gut mit 1 Tropfen Niaouli, das direkt aufgetupft wird, behandeln. Besonders pflegend und lindernd auf die empfindliche Mundschleimhaut wirkt Niaouli, wenn es mit Sanddornöl (1 Tropfen auf 5 ml) vermischt wird.
Zur Stärkung der Abwehrkräfte:
30 Tropfen Zitrone, 20 Tropfen Lavendel und 3 Tropfen Thymian mit einem Trägeröl vermischen (maximal 20 Tropfen auf 50 ml). 1 bis 3 Tropfen auf ein Taschentuch geben und mehrmals daran riechen. Alternative: 4 bis 5 Tropfen in eine Duftlampe geben oder mit etwas Honig, Vollmilch oder Sahne verrühren und ein Vollbad nehmen.
Weiterführende Informationen finden sich auch auf der Website des gemeinnützigen Verein für Förderung, Schutz und Verbreitung der Aromatherapie, Aromapflege und Aromakultur e.V.



