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Sag leise "servus"! Der Kabeljau wird totgefischt.
(22.12.2006)
Bald Kabeljau aus Bio-Aquakultur
Zuerst die schlechte Nachricht: Die EU-Fischereiminister beschlossen, den Nordseekabeljau auszurotten. Anstatt den dringenden wissenschaftlichen Empfehlungen für ein einjähriges Fangmoratorium zu folgen, knickten die Herren vor der Fischerreilobby ein und senkten nur geringfügig die Fangquoten. Damit ist ein Überleben der Bestände ernsthaft in Frage gestellt.
Und nun die gute Nachricht: Wenn´s den Kabeljau aus Wildfang auf hoher See bald vielleicht nicht mehr geben wird, kommt Bio-Kabeljau aus Zuchtfarmen in die Pfanne. Die Firma Johnson Seafarms, bisher auf Lachszucht spezialisiert, richtet jetzt Kabeljaufarmen vor den Shetland-Inseln ein. Eine Belieferung des deutschen Marktes ist bereits angepeilt. Die Zucht von Kabeljau ist nach Auskunft von Seafarms viel einfacher, als die der weitaus empfindlicheren Lachse. Die robustere Fischart speichert weniger umweltgifte, erkrankt weniger häufig, ist weniger fett und wird nicht von Seeläusen befallen.
Inszwischen hat die Firma zwei wichtige Ökosiegel für ihren Bio-Kabeljau erhalten: von der britischen "Organic Food Federation" und von der deutschen "Naturland".
Höchstens 10 Kilo Fisch pro Kubikmeter Wasser sollen dem Kabeljau eine gesunde Bewegungsfreiheit im Wasserkäfig gestatten. Damit hält sich auch die Verseuchung des Meeresbodens durch den Fischkot in Grenzen, wie das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel nach Inspektion der Bestände von Seafarms urteilte.
Auch der World Wildlife Fund (WWF) sieht die ökologischen Kabeljaufarmen positiv. Ein völliger Ersatz der schwindenden Wildbestände durch die Zucht sei jedoch illusorisch, wie die WWF-Sprecherin Maren Esmark anmerkt.
Mehr und muntere Informationen von Johnson Seafarms gibt´s über diesen Link:



