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Bio meets Slow Food

(06.03.2006)

Tagung in Fuld am 24.03.06

Bio-Lebensmittel werden heute auch als Fast-Food oder als Convenience- Produkte angeboten. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis McDonald's mit Bio als Logo wirbt.

Dieser Widerspruch zwischen Bio und Slow Food soll das Thema dieser Tagung sein.

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts kulminierte ein Prozess, in dem die Schattenseiten des Fortschrittsgedankens schärfer wahrgenommen worden sind. Es wurde ersichtlicher, dass Industriealisierung und technischer Fortschritt, sprich: zunehmende Naturbeherrschung, mit Naturzerstörung Hand in Hand gehen können.

Auch hinsichtlich der Lebensmittelindustrie drängte sich dieser Zwiespalt auf: Einerseits hatte sie entscheidend dazu beigetragen, dass nahezu erstmalig in der Menschheitsgeschichte sich in den Industrieländern alle Menschen ausreichend ernähren konnten und die Gespenster von Hunger und Hungersnot vertrieben waren. Andererseits schien die Lebensmittelindustrie mit dafür verantwortlich zu sein, dass zahlreiche Lebensmittel mit Substanzen versehen waren, die hierin eventuell nichts zu suchen haben und gegebenenfalls als gesundheitsschädlich betrachtet werden können. Die Lebensmittelindustrie wurde zudem in Zusammenhang gebracht mit einem Raubbau an der Natur und mit der Auseinanderentwicklung zwischen reichen Industrienationen und armen hungernden Entwicklungsländern.

Die sich ebenfalls in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts herausbildende Ökologiebewegung versuchte den eben genannten Zwiespalt aufzuheben. Sie trachtete nach einer Versöhnung mit der Natur. Bio-Produkte sind eine logische Konsequenz der ökologischen Bewegung. Sie sollen einerseits gesund sein, andererseits soll ihre Herstellung naturverträglich sein.

Slow Food ist ein internationaler Non-Profit-Verband, der sich aus einer historischen Episode entwickelte: 1986 wurde in Rom an der spanischen Treppe eine Mc-Donalds-Filiale eröffnet. Mit einem Festmahl wurde dagegen protestiert. Slow Food steht für die Entschleunigung beim Produzieren, Erwerben, Zubereiten und Verspeisen von Lebensmitteln. Slow Food steht demnach auch für Lebens- und Esskultur.

Bio-Lebensmittel werden heute auch als Fast-Food oder als Convenience- Produkte angeboten. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis McDonald mit Bio als Logo wirbt.

Dieser Widerspruch zwischen Bio und Slow Food soll das Thema dieser Tagung sein.

Weitere Informationen und Anmeldung:

www.biohandwerk.de/termin

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