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Internationales Jahr der biologischen Vielfalt eröffnet
(30.01.2010)
Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" angekündigt
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms Achim Steiner und weitere prominente Gäste haben am 11. Januar 2010 bei einer Festveranstaltung das Internationale Jahr der biologischen Vielfalt eröffnet.
Dabei kündigte Röttgen an, zur Umsetzung der bereits beschlossenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aufzulegen. „Wir müssen sowohl national als auch international alles daran setzen, den Verlust der Lebensräume und Arten zu stoppen“, so Röttgen.
Naturschutz ist kein Luxus
"Naturschutz ist kein Luxus. Die Natur liefert uns Nahrung, sauberes Wasser oder Medikamente. Insekten sichern unsere Ernten, indem sie Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Wälder schützen uns vor Überschwemmungen, speichern große Mengen Kohlendioxid und wirken damit gegen den Klimawandel. Zerstören wir die Natur weiter, bringen wir uns langfristig selbst um unsere Existenz- und Wirtschaftsgrundlage", sagte der Bundesumweltminister bei der Veranstaltung.
UN erklärt 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt
Das Jahr 2010 wurde durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt" erklärt. Damit sollen die Bedeutung der biologischen Vielfalt sowie die Folgen ihres Verlustes - auch für das menschliche Wohlergehen und die globale wirtschaftliche Entwicklung - stärker in das politische und öffentliche Bewusstsein rücken. Als aktueller Vorsitz des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) richtet Deutschland die weltweite Auftaktveranstaltung des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt aus.
Der Mensch breitet sich aus und zerstört die Natur
Nach wie vor schwindet die biologische Vielfalt weltweit in einer Geschwindigkeit, wie sie in der Geschichte vorher nicht beobachtet wurde. Jährlich wird eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar vernichtet - das entspricht einer Fläche von der Größe Griechenlands. Karibische Korallenriffe sind bereits zu 80 Prozent zerstört, 35 Prozent aller Mangroven wurden innerhalb der letzten 20 Jahre vernichtet. Auch in Deutschland ist es um die heimische Natur nicht gut bestellt: 72 Prozent aller Lebensräume sind gefährdet oder sogar akut von Vernichtung bedroht, so die Rote Liste von 2009. Von den einheimischen Tierarten Deutschlands sind 35 Prozent, von den Pflanzenarten 26 Prozent bestandsgefährdet.
Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" angekündigt
"Wir müssen daher sowohl national als auch international alles daran setzen, den Verlust der Lebensräume und Arten zu stoppen. Wir konnten zwar in Deutschland in den letzten Jahren zahlreiche Erfolge erzielen, nicht zuletzt durch die Erfüllung unserer Pflichten aus den Natura 2000 Richtlinien. Trotzdem sind erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Flächenversiegelung und Verkehr. Denn von dort geht weiterhin eine starke Gefahr für die biologische Vielfalt aus", mahnte Röttgen. Der Bundesumweltminister kündigte an, zur Umsetzung der in der letzten Legislaturperiode beschlossenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" aufzulegen. "Eine Strategie zum Schutz der Natur ist wichtig - jetzt machen wir uns an die konkrete Umsetzung des Beschlossenen", sagte Röttgen.



