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Importe von Bio-Produkten nach Deutschland ermittelt

(07.12.2011)

Möhren führen die Hitliste an

Viele Bio-Käufer bevorzugen zu Recht regionale Ware. Nicht immer jedoch kann der Bio-Handel diese Nachfrage befriedigen, denn dazu fehlen noch vielfach Bio-Anbauflächen. Auch kann das deutsche Klima eine ganzjährige Nachfrage auch mit Hilfe von Gewächshäusern nicht immer erfüllen. In einem "Puzzleansatz" ermittelten die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), AgroMilagro Research und fleXinfo deshalb einmal die Importanteile der wichtigsten Bio-Frischeprodukte und Bio-Rohstoffe in Deutschland.

Das vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau finanzierte Projekt förderte Interessantes zu Tage:

Ein überraschendes Ergebnis war der niedrige Importanteil von Getreide mit 15 Prozent. Beim Weizen allerdings kamen 21 Prozent der Partien aus dem Ausland.

Ölsaaten, vor allem Sojabohnen, haben mit durchschnittlich 76 Prozent den größten Importanteil aller untersuchten Produkte. Der Anbau in Deutschland ist zwar machbar, aber nicht ganz einfach, so dass hier noch deutliches Ausbaupotenzial besteht.

Beim Gemüse sind Bio-Möhren das mit Abstand absatzstärkste Produkt; sie werden auf 14 Prozent der deutschen Möhrenfläche angebaut. Da die einzelnen Betriebe ihre Anbauflächen nicht mehr vergrößern können, importiert Deutschland 48 Prozent der Möhren. Für eine höhere Produktion in Deutschland müssten zusätzliche Betriebe Flächen hinzunehmen. Die sehr hohen Importraten von Fruchtgemüsen wie Tomaten (80 Prozent) und Paprika (90 Prozent) sind der ganzjährigen Nachfrage von Produkten, die in Deutschland nicht immer wachsen, geschuldet. Bei Unterglasgemüse ist jedoch die Nachfrage nach regionaler Ware groß, so dass Anbauausweitungen möglich sind.

Bio-Äpfel und Bio-Bananen sind die absatzstärksten Produkte beim Bio-Obst. Bio-Bananen weisen natürlicherweise eine Importrate von 100 Prozent auf, bei den Bio-Äpfeln sind es immerhin noch 50 Prozent im Wirtschaftsjahr 2009/2010. Da genau in diesem Zeitraum die Bio-Apfelfläche ausgeweitet wurde und nun mit 3.000 Hektar etwas mehr als 9 Prozent der gesamten Apfelfläche Deutschlands beträgt, ist bei entsprechenden Witterungsbedingungen mit einer Zunahme der deutschen Produktion und geringerem Importanteil zu rechnen.

Deutschland importiert 32 Prozent der Trinkmilch und 26 Prozent der Butter vor allem aus Dänemark und Österreich. Käse dürfte einen ähnlich hohen Importanteil haben. Andere Produkte wie Joghurt und Sahne dagegen kommen nahezu 100 prozentig aus Deutschland. In Milchmengen umgerechnet sind das, ohne die Käseimporte zu berücksichtigen, 16 Prozent der Milch.

Weitere Ergebnisse dieses Projektes, das im Rahmen des Bundesprogrammes Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft gefördert wurde, sind ab sofort unter www.orgprints.org/19899/ sowie unter www.bioimporte.de abrufbar.

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