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Hirse: Resistent gegen Klimawandel

(11.03.2009)

Grundlagenforschung an afrikanischer Vielzweckpflanze

Nicht viele Getreide sind so anspruchslos und gleichzeitig so vielseitig und inhaltsstoffreich wie Hirse. Die internationale Forschung hofft, dass sich diese Trockenheit erprobte afrikansche Pflanze zunehmend auch in anderen Anbauregionen der Welt als widerstandsfähig gegen den Klimawandel erweist.

Das Klima wandelt sich. Um die Ernährung zu sichern, brauchen die Menschen gerade in heute schon trockenen Regionen Pflanzen, die unter kargen Bedingungen gedeihen. Zum Beispiel Sorghum: Das im Deutschen Mohrenhirse, Durra- oder Besenkorn genannte, bis zu fünf Meter hohe Gras ist äußerst resistent gegen Trockenheit und Hitze.

Wie der aid-Verbraucherdienst meldet, befassen sich seit einiger Zeit Forscher des Münchner Helmholtz-Zentrums intensiv mit der Frage, wie Hirse, die ja bestens an Dürreperioden aller Art angepasst ist, sich weltweit vorbeugend gegenüber drohenden landwirtschaftlichen Problemen durch den Klimawandel kultivieren lässt. Gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt analysieren sie das Genom (Erbgut) des Sorghums, wie Hirse wissenschaftlich korrekt heißt, dieser aus Afrika stammenden Getreidepflanze.

Die aus Afrika stammende Pflanze behauptet sich auch da, wo andere Getreidepflanzen verdorren, wird weltweit in trocken-warmen und gemäßigten Regionen angebaut und ist vielseitig einsetzbar, ob als Nahrungsmittel, Futtergras, Faserlieferant oder Basis von Agrartreibstoff. Wie Mais zählt sie zu den so genannten C4-Pflanzen. Diese können vor allem bei höheren Temperaturen Kohlenstoff besser assimilieren als C3-Pflanzen. Das Genom des Sorghums ist das erste vollständig sequenzierte C4-Genom. Damit wird endlich der direkte Vergleich von C4- und C3-Pflanzen wie etwa Reis möglich. Die Wissenschaftler erwarten dadurch neue Erkenntnisse über die Evolution beider Pflanzenarten. Das besondere Interesse der Münchner Forscher liegt jedoch auf den genetischen Grundlagen der ausgeprägten Trockentoleranz des afrikanischen Getreides. Angesichts des drohenden Klimawandels hoffen sie, ihre Erkenntnisse auch für den hiesigen Getreideanbau nutzen zu können. Erste Ergebnisse der Arbeit des internationalen Sorghum-Genomprojektes wurden in der Zeitschrift "Nature" veröffentlicht.

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz-muenchen.de/presse

Quelle:
aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn

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