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Gute Nachrichten für Lebkuchenliebhaber
(01.12.2009)
Acrylamidbelastung in Weihnachtsgebäck laut foodwatch weiter rückläufig.
Mit den diesjährigen Ergebnissen setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. foodwatch testet seit 2002 Weihnachtsgebäck auf Acrylamid und veröffentlicht Werte und Namen der Produkte. Das wirkt: Viele Hersteller bemühen sich, mit Änderungen in der Produktion oder bei der Rezeptur die Entstehung der giftigen Substanz zu begrenzen.
foodwatch-Tests, bei dem dieses Jahr elf Lebkuchen- und sechs Spekulatiusprodukte auf die krebsverdächtige Substanz hin untersucht wurden, ergaben eine weiter gesunkene Acrylamid-Belastung.
Ausgerechnet Bio-Lebkuchen Testverlierer?
Testverlierer sind allerdings ausgerechnet die Bio-Elisen Lebkuchen von Allos mit einem Acrylamidwert von 510.
foodwatch triumphiert: Der übliche vorweihnachtliche Acrylamid-Test zeigte bei Allos Bio-Elisenlebkuchen deutlich höhere Acrylamid-Werte, als bei den übrigen konventionellen Testprodukten. Das verspricht natürlich eine hohe Presseresonanz, worauf es den selbst ernannten Verbraucherschützern ja in erster Linie anzukommen scheint. Denn um überhaupt einen Testverlierer zu bekommen (bekanntermaßen ist nur eine negative Nachricht eine Nachricht), stellt man selbstherrlich den vom „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ festgelegten Signalwert als viel zu industriefreundlich in Frage. Dieser am 23.01.2008 festgelegte Signalwert für Lebkuchen und lebkuchenhaltige Gebäcke, liegt bei 1000 Mikrogramm pro Kilogramm. Der Acrylamidwert der Allos-Elisen Lebkuchen liegt mit 570 Mikrogramm pro Kilogramm gut bei der Hälfte dieses Signalwerts.
Keine ganzheitliche Betrachtung
Selbstverständlich unberücksichtigt bei der Beurteilung bleibt auch, dass ein Gebäck mit hohem Vollkornanteil und Rohrohrzucker naturgemäß höhere Acrylamidwerte zeigt, als Gebäck, das mit Auszugsmehl und Haushaltszucker gebacken wird. Voraussetzung für eine gerechte Beurteilung wäre eine ganzheitliche Betrachtung, die auch Anbau und Verarbeitung mit in den Blick nimmt und nicht nur den individuellen Gesundheitsaspekt des Endproduktes.
Laut Bio-Verordnung sind Präparate aus Enzymen und Zusatzstoffen, die den Acrylamidwert senken, für die Allos-Elisenlebkuchen nicht zugelassen. Die konventionellen Hersteller setzen diese aber vermutlich ein und erreichen so eine Senkung des Acrylamidgehaltes.
Abgesehen davon, dass bei so geringen Mengen vermutlich ohnehin keine Gesundheitsgefahr besteht, wird hier mal wieder das Kind mit dem Bade ausgeschüttet: Ohnehin schon minderwertige Produkte werden mittels Zusätzen auf niedrige Acrylamidwerte getrimmt, nur um der "Inquisition" von foodwatch zu entgehen. Die ach so menschenfreundlichen, aber leider ziemlich hysterischen Aufklärer erweisen ihren "Schützlingen" einen wahren Bärendienst!
Was ist Acrylamid?
Acrylamid kann beim Frittieren, Backen oder Braten stärkehaltiger Produkte entstehen. Im Tierversuch löst die Substanz Krebs aus und schädigt das Erbgut; die Gefahr für den Menschen ist noch nicht abschließend geklärt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) legt lediglich unverbindliche "Signalwerte" fest, die sich an den am höchsten belasteten Produkten orientieren.



