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Neuer Schadstoff in raffinierten Speiseölen entdeckt
(04.03.2008)
Bio-Öle in der Regel unraffiniert
Gerne wiesen die Hersteller raffinierter Speiseöle in der Vergangenheit immer mal wieder darauf hin, dass der künstliche Prozess des Raffinierens den Vorteil weitgehender Schadstofffreiheit gegenüber unbehandelten Naturölen habe. Jetzt entdeckten Wissenschafter erstmals einen Schadstoff, der gerade durch den Raffinationsprozess erst entsteht.
3-Monochlorpropandiol (3-MCPD) heißt diese Substanz, die in fett- und salzhaltigen Lebensmitteln durch eine chemische Reaktion entstehen kann, wenn diese Lebensmittel im Herstellungsprozess hohen Temperaturen ausgesetzt sind, wie sie bei der Raffination von Ölen vorkommen. Die Substanz gehört zu den Chlorpro-panolen. Sie hat im Tierversuch zu einer Zunahme der Zellzahl (Hyperplasie) in den Nierentubuli geführt und in höheren Mengen gutartige Tumoren ausgelöst. Auch wenn das Bundesinstitut für Risikobewertung keine direkte Gesundheitsgefahr sieht, raten dessen Experten jedoch vorbeugend zu einer deutlichen Reduzierung.
Raffinationsprozess produziert unerwünschte 3-MCPD-Fettsäureester
Während 3-MCPD in unbehandelten Speisefetten und -ölen nur in geringen Mengen enthalten ist, zeigen Untersuchungsergebnisse der amtlichen lebensmittelüberwachung, dass alle raffinierten, d.h. nicht Natur belassenen (nativen) Speiseöle und Speisefette 3-MCPD-Fettsäureester in zum Teil erheblichen Mengen enthalten. Sie entstehen nach heutigem Wissensstand bei der Raffination der Öle, also im Rahmen der Reinigung und Veredelung. Rohe Öle enthalten noch verschiedene Begleitstoffe, die unter anderem aus Geruchs- und Geschmacksgründen entfernt werden. Im Zuge der Raffination werden die Öle bei hohen Temperaturen entschleimt, entsäuert, gebleicht und gedämpft. Die Dämpfung bezeichnet man auch als „Desodorierung“. Ob 3-MCPD-Fettsäureester dieselben toxischen Eigenschaften aufweisen, wie freies 3-MCPD ist unbekannt. Entsprechende Daten liegen nicht vor, es kann aber nicht ausge-schlossen werden, dass aus einem Großteil der Fettsäureester während der Verdauung frei-es 3-MCPD entsteht.
In welchen Lebensmitteln wurden 3-MCPD-Fettsäureester nachgewiesen?
Fettsäureester des 3-Monochlorpropandiol wurden von der amtlichen Lebensmittelüberwa-chung in allen untersuchten Proben von raffinierten Speiseölen und Speisefetten nachgewie-sen, sowie in Lebensmitteln, die damit hergestellt wurden, wie zum Beispiel Säuglingsanfangs- und Folgenahrung. Anfangs- wie Folgemilch enthalten in unterschiedlichen Mengen Trockenpulver und Wasser. Das Trockenpulver wiederum enthält Fett, das die Säuglinge brauchen. Dieses Fett wird im Herstellungsprozess im Zuge der Reinigung und Veredelung hoch erhitzt.
Risiken vermeiden
Auch wenn das Bundesinstitut für Risikobewertung derzeit nur von einem "Risiko" und nicht von einer "akuten Gefährdung" ausgeht, raten die Experten zu einer Minimierung. Dies gilt insbesondere für die Säuglingsernährung. Die einfachste Form der persönlichen Risikominimierung besteht im Kauf von Bio-Produkten. Denn Bio-Speiseöle sind in der Regel nicht raffiniert und Bio-Säuglingsnahrung enthält keine raffinierten Öle.
Genauere Informationen sind verfügbar unter:



