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Neue Studie zeigt: Proteinreiche Lebensmittel helfen abnehmen
(02.06.2008)
Fette und Kohlenhydrate produzieren eher den gefürchteten "Jo-Jo-Effekt"
Wer kennt das nicht: "Nach der Diät ist vor der Diät", um eine alte Fußballweisheit einmal abgewandelt auf den Versuch abzunehmen zu übertragen. Denn dann geht der Kampf um das Halten des erfolgreich reduzierten Gewichtes los. Und dieser Kampf wird häufig verloren. Ja, noch schlimmer: In kurzer Zeit sind nicht nur die alten Pfunde wieder drauf, sondern man legt sogar noch an Gewicht zu. Diese frustrierende Erfahrung wurde erstmals von einer internationalen Studie untersucht, um Auswege aus dem Dilemma zu finden.
In Deutschland beteiligte sich das Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke an der so genannten Diogenes-Studie, die in 6 Ländern durchgeführt wurde. Der Name "Diogenes" ist ein Akronym für das Projekt und steht für Diet, Obesity and Genes (=Diät, Fettsucht und Genetische Faktoren). Erste Ergebniss liegen jetzt aus Maastricht und Kopenhagen vor.
Mehr als 90 Familien aus Deutschland und über 500 Familien aus sieben anderen Ländern nahmen an dieser bisher größten europäischen Interventionsstudie teil.
Zu Beginn der Diogenes-Studie mussten die erwachsenen Studienteilnehmer zunächst acht Prozent ihres Körpergewichts abnehmen. Im folgenden Interventionsteil der Studie musste dann die gesamte Familie eine von fünf vorgegebenen Diäten einhalten, die per Zufallsprinzip ausgewählt wurde.
763 erwachsene Studienteilnehmer konnten erfolgreich ihr Gewicht reduzieren. Insgesamt verloren sie 8500 kg an Gewicht. Dies entspricht etwa dem Gewicht von vier ausgewachsenen Elefantenbullen oder einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 11,2 kg pro Person.
Nach Abschluss der ersten Gewichtsreduktionsphase musste jede der Familien (763 Erwachsene und 787 Kinder) eine bestimmte Diät einhalten.
Zur Auswahl stand:
1. eine Kost mit erhöhtem Eiweißanteil und niedrigem Glykämischen Index,
2. eine Kost mit erhöhtem Eiweißanteil und hohem Glykämischen Index,
3. eine Kost mit normalem Eiweißanteil und niedrigem Glykämischen Index,
4. eine Kost mit normalem Eiweißanteil und hohem Glykämischen Index.
Bei der fünften Diät handelte es sich um eine „Kontroll-Diät“, die sich an den bestehenden Ernährungsempfehlungen orientierte.
Der Glykämische Index ist ein Maß für die Blutzuckererhöhung, die durch kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel ausgelöst wird. Je höher er ist, desto größer ist die Insulinausschüttung und desto stärker wird die Fettverbrennung gebremst.
Studienergebnis: Mehr Eiweiß essen!
Die Makronährstoff-Zusammensetzung der Nahrung beeinflusst anscheinend die tägliche Energieaufnahme. Einige vorangegangene Studien wiesen bereits darauf hin, dass Proteine einen höheren Sättigungsgrad erzielen als Fette und Kohlenhydrate und zudem den Energieverbrauch stimulieren. Darüber hinaus lassen andere Studien vermuten, dass Kohlenhydrate mit einem niedrigen Glykämischen Index eher sättigen als Kohlenhydrate mit einem hohen Glykämischen Index.
Die Rolle der Proteine scheint nun die aktuelle Diogenes-Studie zu bestätigen. Der Rat der Wissenschafter, um eine Gewichtszunahme zu stoppen:
Erhöhen Sie den Proteinanteil ihrer Nahrung anstatt auf Lebensmittel mit einem niedrigen Glykämischen Index zu setzen!



