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Herzgesunder Lebensstil
(17.01.2008)
Gesunde Lebensweise macht Medikamente überflüssig
Nicht rauchen, vernünftig essen, regelmäßig bewegen: Mit einer solchen Weichenstellung könnte mindestens die Hälfte der Herz-Kreislauf-Krankheiten vermieden werden - auch ohne Tabletten. Dies stellt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in einer neuen Leitlinie fest, auf die der aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V., Bonn, verweist.
Ein verbesserter Lebensstil könnte knapp 50% aller tödlichen kardiovaskulären Ereignisse wie zum Beispiel Herzinfarkte und Schlaganfall verhindern, ist sich die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sicher. Körperliche Aktivität führe durchschnittlich zu einer 25prozentigen Risikoreduktion. Eine verbesserte Ernährung senke das tödliche Erkrankungsrisiko sogar um 45 %.
Ausreichende körperliche Aktivität
Ausreichende körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und Nicht-Rauchen sollten vor jeder medikamentösen Intervention stehen bzw. diese begleiten, fordert daher die DGK!
Der inaktive Lebensstil sei, so die DGK, ein typisches Merkmal moderner Kulturen und wird durch sie erst ermöglicht. Der Ausgleich dieses Defizits durch regelmäßige körperliche Aktivität gehöre deshalb zu den wichtigsten Bestandteilen der kardiovaskulären Prävention.
Die Einübung des aktiven Lebensstils müsse bereits im Kindesalter beginnen, so die Kardiologen, und werde durch das Vorbild des Elternhauses stark determiniert. Die Akzeptanz hänge wesentlich davon ab, ob es den Eltern gelinge, körperliche Aktivität in Form phantasievoller und interessanter Unternehmungen zu offerieren, ohne die Leistungsfähigkeit der Kinder dabei zu überfordern.
Gesunde Ernährung
Eine ungünstige Zusammensetzung der Kost und eine überkalorische Ernährung - da sind sich die Ärzte sicher - gelten als wichtige Risikofaktoren für die Entstehung und einen ungünstigen Verlauf einer bestehenden koronaren Herzerkrankung. Der eigenständige günstige Effekt einer gesunden Ernährung könne als gesichert gelten. Auch die Krebsrate und die Osteoporoserate würden, so die DGK, bei gleichzeitig hoher Lebenserwartung, reduziert.
Die konkreten Ernährungsempfehlungen der DGK lauten:
Kohlenhydrate: Etwa 50–55% des täglichen Gesamtkalorienbedarfs; komplexe Kohlenhydrate aus Getreide (besonders Hafer) Vollkornbrot, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst sind zu bevorzugen.
Eiweiß: Etwa 15% der täglichen Kalorien, etwa 0,8-1 g/kg KG. Eiweiß von Fischen ist gegenüber Landtieren zu bevorzugen, mageres helleres Fleisch gegenüber dunklerem, fetterem Fleisch (weniger gesättigte Fette).
Fette: Auf 30% der täglichen Kalorien beschränken, gesättigte Fette auf weniger als 7%, wenn möglich sollten sie durch einfach- und mehrfach ungesättigte Fette ersetzt werden. Einfach ungesättigte Fette senken weniger als mehrfach ungesättigte das HDL-Cholesterin; etwa 10-20% der täglichen Kalorien können aus einfach ungesättigten Fetten stammen, die z. B. in Raps- und Olivenöl, aber auch in Nüssen enthalten sind.
Ballaststoffe: Wichtige Komponente der Nahrung, mindestens 20 g/Tag sind wünschenswert; wasserlösliche Ballaststoffe von Getreide und
Vollkornprodukten sind besonders günstig, ebenso wie Hülsenfrüchte, frisches Obst (Äpfel), Salate und Gemüse.
Antioxidantien und Vitamine: in Obst, frischen Gemüsen, blattgrünen Salaten, Tomaten und schwarzem bzw. grünen Tee enthalten. Nur die in natürlich vorkommenden Nahrungsmitteln enthaltenen Antioxidantien und Vitamine sind zu empfehlen (IA), Supplementierung in Tablettenform ist ohne Nutzen.
Weitere Informationen finden sich in den einschlägigen Leitlinien der DGK:



