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Greenpeace-Umfrage: Verbraucher lehnen Gentec-Milch ab

(03.12.2008)

85 Prozent der Verbraucher dagegen!

Gen-Milch ist in Deutschland unbeliebt. So unbeliebt, dass 80 Prozent der Verbraucher bereit wären, für Milchprodukte ohne Gentechnik mehr als bisher zu zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Greenpeace-Umfrage vom November 2008. Greenpeace fordert die deutsche Milchindustrie auf, Gen-Pflanzen aus der gesamten Produktion zu verbannen

Rund 85 Prozent der Verbraucher in Deutschland wollen, dass Milchkühe kein gentechnisch verändertes Futter erhalten. Das ist das Ergebnis einer von Greenpeace bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK, Nürnberg, in Auftrag gegebenen, repräsentativen Umfrage. Zudem wären Verbraucher zu 80 Prozent auch bereit, mehr Geld für Milchprodukte ohne Gentechnik zu zahlen. Zwei Drittel der 1000 Befragten würden Produkte mit dem Hinweis ohne Gentechnik bevorzugt kaufen.

Gen-Maisanbau zerstört die Umwelt

"Ein Cent je Liter reicht den Landwirten aus, um die Mehrkosten für Futter ohne Gentechnik zu decken", sagt Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace. "Der Verbraucher will es, gentechnikfreies Futter gibt es und trotzdem weigern sich Hersteller wie Weihenstephan oder Bärenmarke, Gen-Pflanzen im Tierfutter auszuschließen. Das ist völlig unverständlich. Teuer ist nicht das bessere Tierfutter, sondern der Einsatz von Gen-Pflanzen: Sie zerstören die Artenvielfalt und bergen Gefahren für Mensch und Umwelt."

Darauf weist auch das katholische Hilfswerk Adveniat in seiner aktuellen Veröffentlichung "Blickpunkt Lateinamerika" hin: "Auf der einen Seite stehen die modernen Sojabetriebe, die mit viel Technik und Chemie, dafür aber fast ohne Personal für den Weltmarkt produzieren. Auf der anderen Seite die Kleinbauern, denen nach und nach die Existenzgrundlage entzogen wird." Der ungehemmte Pestizideinsatz verseuche die benachbarten Felder der Kleinbauern und verursache bei deren Familien massive Gesundheitsschäden, so ein Bericht aus Paraguay.

Bio-Produkte sicher ohen Gentechnik

Während Greenpeace nun die konventionellen Hersteller auffordert, die Produkte endlich mit dem Label "ohne Gentechnik" zu versehen, was rechtlich erlaubt ist, aber bisher kaum genutzt wird, weist der Verband der Naturkosthändler darauf hin, dass Bio-Produkte auch ohne jede weitere Kennzeichnung immer schon "ohne Gentechnik" sind:

„Auf der sicheren Seite ist man in jedem Fall mit Bio-Produkten, der Einsatz von Gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist im ökologischenLandbau generell verboten, das gilt auch für die Futtermittel,“ so Gaby Oberem, Vorstandsmitglied Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Einzelhandel.

Neue Studie belegt Risiken

Der jüngste Beleg für die Gefahren der Gentechnik ist laut Greenpeace eine Studie über mit Gen-Mais gefütterte Mäuse, die das österreichische Gesundheitsministerium vergangene Woche veröffentlicht hat. Bei den Tieren fiel eine signifikant beeinträchtigte Fruchtbarkeit auf.

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